Sekundärer Schwachsinn und Blödsinn.
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niemals von Bestand, sondern weicht meist sogar einererheblichen Verschlechterung des Zustandes. Von einereigentlichen Therapie kann füglich nicht die Rede sein.In der Regel wird sich wegen der socialen Unhaltharkeitdieser Kranken die Verpflegung in einer Irrenanstalt alsnothwendig erweisen, wo sie hei mechanischer, namentlichlandwirthschaftlicher Beschäftigung noch am längsten einegewisse geistige Regsamkeit sich bewahren und zugleichein relativ glückliches und nützliches Dasein führen.
2. Sekundärer Schwachsinn und Blödsinn.
Während uns in dem Krankheitshilde der sekundärenVerrücktheit noch deutlich erkennbare Ueberbleibsel ausder überstandenen Psychose entgegentreten, handelt es sichhei dem sekundären Schwachsinn und Blödsinn einfach umeine mehr oder weniger hochgradige Abschwächung derpsychischen Leistungen, ohne bestimmte Wahnideen,meist auch ohne eine bestimmte Veränderung des allge-meinen Stimmungshintergrundes. Die leichtesten Formendieser Invaliditätszustände sind jene schon früher ausführ-lich besprochenen Heilungen mit Defekt, hei denenzwar die stürmischen Krankheitserscheinungen weichen,ohne dass doch die frühere gesunde Persönlichkeit in ihremganzen Umfange sich wiederherstellte. Oft genug zeigtsich diese Veränderung nur der allernächsten Umgebung,oft genug tritt sie nur dann hervor, wenn der anscheinend„Genesene“ in schwierige Lebenslagen, vor wichtige Ent-scheidungen u. dergl. gestellt wird. Sehr beachtenswerthist der Umstand, dass sich kleine Abschwächungen derpsychischen Leistungs- und Widerstandsfähigkeit ganz be-sonders im Bereiche des Gefühlslebens, in erhöhter Reiz-barkeit und Labilität der Stimmung, Abstumpfung derhöheren Interessen zu zeigen pflegen.
Von diesen leichtesten Formen des sekundären Schwach-sinnes führt uns eine ununterbrochene Stufenfolge zu denschwersten Krankheitsbildern des völligen psychischen Ver-falls, des Blödsinnes. Man pflegt hier hauptsächlich zweigrosse klinische Gruppen von einander abzutrennen, den