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VII. Psychische Schwächezustände.
aus, sondern es ist ausschliesslich die Gewohnheit aus ver-gangenen Tagen oder der Zwang der natürlichen Triebe,aus welchen die Motive für das Handeln ihren Ursprungnehmen. So ist der Kranke nur noch eine Kuine seinerseihst, eine Kuine, die dem sichern Untergange geweiht ist.
Die sekundäre Verrücktheit kommt am häufigsten nachschweren Depressionszuständen mit Wahnideen zur Ent-wicklung, seltener nach maniakalisclien Erkrankungen.Wahrscheinlich wird das Auftreten dieses Krankheits-bildes überall, wo mit dem Verschwinden der Affekte diekrankhaften Vorstellungen sich noch längere Zeit mit einer-gewissen Hartnäckigkeit erhalten. Sehr gefährlich nachdieser Richtung und zugleich überaus häufig ist das Fort-bestehen von Sinnestäuschungen, welche die Berichtigungder Wahnideen erschweren und oftmals dauernd unmöglichmachen. Auch die primäre Verrücktheit, namentlich,wenn sich in ihren Verlauf tiefere Störungen derBesonnenheit einscliieben und wenn schon von Anfangan eine Herabsetzung der psychischen Leistungsfähigkeitbestand, führt in ihrem späteren Verlaufe, wo die Pro-duktivität aufgehört hat, bisweilen zu Krankheitsbildern,die sich denjenigen der sekundären Verrücktheit durch denfortschreitenden Zerfall der psychischen Persönlichkeit an-nähern.
Das körperliche Verhalten der sekundär Ver-rückten bietet im Allgemeinen ausser einer häufig be-obachteten vorzeitigen Dekrepidität keine besonderen Eigen-thümlichkeiten. Nicht selten gehen die vegetativen Funk-tionen, Schlaf und Ernährung, mit grosser Regelmässigkeitvon Statten. Das Körpergewicht pflegt gegenüber denvoraufgehenden affektiven Zuständen eine beträchtliche Zu-nahme aufzuweisen.
Eine Heilung oder dauernde, wesentliche Besserungder sekundären Verrücktheit ist nach dem Wesen dieserKrankheit unmöglich. Bisweilen beobachtet man allerdingshei fieberhaften Affektionen selbst hier noch, vielleicht inFolge der besseren Hirnernährung, ein vorübergehendesZurücktreten der Wahnideen und das Auftauchen gesunderVorstellungsreihen, aber diese günstige Veränderung ist