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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
Entstehung
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347
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Entwicklungsanomalien.

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einzelne somatische Zeichen der Entwicklungsstörung vor-handen, Kleiidieit der Genitalien, Asymmetrien des Schädels,Innervationsanomalien u. s. f.; in der Regel jedoch findetman in dieser Beziehung keinen irgendwie sicheren An-haltspunkt. Trotz der Beschränktheit ihres Urtlieils undGesichtskreises vermögen die Kranken es doch vielfach,sich in einfachen Verhältnissen noch leidlich gut zurecht-zufinden, ohne dass man sie gerade für abnorm hält, weilsie rein gedäclitnissmässig eine gewisse Summe von Erfah-rung zu beherrschen wissen und den gewohnten Kreislaufihrer Beschäftigungen mit mechanischer Sicherheit, ja sogarmit einer gewissen kleinlichen Routine regelmässig durch-laufen. Wo aber ein mächtiger Affekt, eine Entscheidung,eine Versuchung an sie herantritt, wo die Situation Um-sicht, Energie und Selbständigkeit des Handelns erfordert,da tritt uuvermuthet die ganze geistige und gemüthlicheUnfähigkeit des Individuums zu Tage, um allerdings dannmeist nicht sowol vom pathologischen, wie vom moralischenStandpunkte aus beurtheilt zu werden.

Zu den anergetisclien Schwächezuständen stehen dieeretlii sehen in mancher Beziehung in einem gewissenGegensätze. An Stelle der Apathie zeigt sich eine abnormeBeweglichkeit des Interesses an den Eindrücken der Aussen-welt. Je leichter aber die Aufmerksamkeit überhaupt er-regt wird, je weniger sie sich nach inneren Motiven plan-mässig der Verfolgung ausgewählter Erscheinungen zuwendet,desto leichter wird sie auch wieder von ihrem Gegenständeabgelenkt, desto mehr ist ihre Richtung von dem zufälligenWechsel äusserer Reize abhängig, und desto ungenauer,oberflächlicher und flüchtiger werden die einzelnen Elementeder Sinneserfahrung von ihr erfasst. Ganz analogen Stö-rungen begegnen wir auf dem Gebiete des Vorstellungs-verlaufes. Die Leichtigkeit, mit der hier die Verknüpfungund Verschmelzung der Vorstellungen vor sich gehen, be-günstigt ein lebhaftes und ausschweifendes Spiel der Phan-tasie, aber sie verhindert zugleich die ruhige, einheitlicheund klare Gedankenfolge; sie führt zu einer überwiegen-den Ausbildung der associativen Vorstellungsverbindungenund beeinträchtigt die Entwicklung scharfer, bestimmt