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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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VII. Psychische Schwächezustände.

sind absolut tlieilnahmslos gegenüber allen äusseren Vor-gängen, meist auch gemüthlich gänzlich imerregbar; zu deneinfachsten zweckmässigen Handlungen sind sie unfähig,vermögen z. B. nicht den zufällig zwischen die eigenenZähne gerathenen Finger in Sicherheit zu bringen. Siegehen ohne die liebevollste Pflege, die für ihre Fütterung,Reinhaltung u. s. f. unermüdliche Sorge trägt, rasch zuGrunde. Häufig sind automatische, Jahraus, Jahrein instereotyper Weise sich abspielende Bewegungen.

Ein etwas höherer Stand des Seelenlebens ist dorterreicht, wo wenigstens passiv, durch besonders auffallendeEindrücke, die Aufmerksamkeit des Kranken für einige Zeiterregt werden kann, wenn auch eine aktive Direktion der-selben nach inneren Motiven noch nicht stattfindet. Hierwerden wenigstens einzelne deutliche Sinneswahrnehmungendem Bewusstsein zugeführt und wol auch eine beschränkteAnzahl von einfachen Vorstellungen gebildet, allein dieselbensind doch vielfach sehr unvollständig und entbehren desinneren Zusammenhanges. Die Fähigkeit zur Abstraktion,zur Auffindung gemeinsamer Bestandtheile in verschiedenenWahrnehmungen, wie sie die Grundlage der Begriffsbildungausmacht, bleibt rudimentär. Es kommt nicht zur Aus-bildung einer wirklichen psychischen Persönlichkeit. Egoisti-sche, grobsinnliche Gefühle beherrschen die Stimmung undwerden Motive für ein nur auf Befriedigung elementarerGelüste gerichtetes Handeln; die Sprache ist meist wenigentwickelt.

Je nach der Leichtigkeit, mit welcher die Aufmerk-samkeit angezogen und abgelenkt werden kann, unterscheidetman zwei, allerdings nur in ihrer extremen Ausprägungsehr deutlich von einander abgegrenzte Formen, dieapathische und die versatile. Im ersteren Falle sinddie Kranken nur schwer aus ihrem stumpfen Hinbrütenaufzurütteln; der Vorstellungsverlauf bleibt langsam undträge, die Reproduktion wegen der Armutli des Ideenschatzesund hei dem Mangel an Anknüpfungspunkten dürftig, meistin einzelnen, gewohnheitsmässigen Bahnen sich bewegend.Bisweilen zeigt sich hier eine Neigung zu heftigen, unbän-digen Wutliausbriichen, wenn einmal das torpide psychische