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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Entwicklungsauomalien.

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die Erkrankung auf einer Milien Stufe der Ausbildung dieErschwerung oder Unmöglichkeit jeglichen psychischenLebens überhaupt nur Eolge. Andererseits besitzt geradedas jugendliche Gehirn in weit höherem Matisse, als daserwachsene, die Fähigkeit zu einer Ausgleichung selbstschwererer Störungen, eines vikariirenden Eintretens dereinzelnen Partien für einander, so dass wir hier nicht seltensogar noch ein gewisses Maass selbständiger psychischerTliätigkeit erhalten sehen, wo wir beim Erwachsenen nichteinmal das Leben für möglich halten würden.

Alle während der Entwicklungsperiode, in der Fütal-zeit und in den ersten Lebensjahren entstandenen psy-chischen Schwächezustände pflegt man unter der gemein-samen Bezeichnung der Idiotie zusammenzufassen. Siebegreift alle Abstufungen vom tiefsten Darniederliegen desgeistigen Lebens bis zu jenen leichten Graden des Schwach-sinnes, die endlich durch eine Anzahl von Uebergangsformendem normalen psychischen Verhalten sich annähern. DieAbgrenzung von einzelnen Krankheitsbildern bietet bei denwesentlich nur graduellen Differenzen grosse Schwierig-keiten; meist hat man die Ausbildung der Sprache (gänz-licher Mangel derselben, Vorhandensein einzelner Worte,stufenweise reichere Entwicklung derselben) als Eintheilungs-princip benutzt, weil ja in der That die Entfaltung derintellektuellen Funktionen in sehr nahen Beziehungen zurLautsprache steht. Allein die Fähigkeit des Sprechensdeckt sich durchaus nicht immer mit der weit wichtigerendes Verstehens. Es scheint mir daher zweckmässiger,bei einer Betrachtung dieser Zustände an das Verhaltender fundamentalsten psychischen Leistung, der Apper-ception, anzuknüpfen.

In den niedersten Formen der Idiotie ist die Erfassungeines Eindruckes durch die Aufmerksamkeit gänzlich un-möglich. Es kommt gar nicht zur Bildung von klarenVorstellungen und associativen Verbindungen; das Gefühls-leben bleibt auf den Wechsel dunkler Gemeingefühle be-schränkt und die durch sie hervorgerufenen Handlungen,die sich höchstens noch auf die Nahrungsaufnahme beziehen,behalten den Charakter des Triebartigen. Die Kranken

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