Entwicklungsanomalien.
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Gleichgewicht, gestört wird. Meist handelt es sich um Indi-viduen von plumpem, grobem, disproportionirtem Körperhau.Bei den versatilen Formen wandert die Aufmerksamkeit,bald hier, bald dort angezogen, planlos hin und her, underfüllt das Bewusstsein mit buntem, innerlich zusammen-hangslosem und daher rasch vergessenem Inhalte. Rascher,oberflächlicher Wechsel der Stimmung und eine äusserlicheziellose Unruhe und Beweglichkeit, die sich in Händeklat-schen, Herumspringen, Gestikuliren, Lachen und Schreienkundgiebt, vervollständigen das Bild. Körperlich sind dieKranken meist wohlgebildet, aber von kindlichem grazilemHabitus.
Alle diese schwereren Formen der Idiotie weisen aufeine tiefgreifende Beeinträchtigung der nervösen Central-organe zurück, die sich in der That auch fast regelmässignacliweisen lässt. Im Einzelnen bieten dieselben vielfacheVerschiedenheiten dar; nur der Effekt einer unvollkommenenFunktionsfähigkeit der Hirnrinde ist überall derselbe. Ineiner ersten Gruppe von Fällen finden sich Entwicklungs-hemmungen und Missbildungen, wie sie besonders unterdem Einflüsse hereditärer psychopathischer Disposition zuStande zu kommen scheinen, Heterotopien der Hirnsubstanz,Fehlen des Balkens, des Kleinhirns, Ungleichheit derbeiden Hemisphären, Windungsarmuth, Kleinheit des ganzenGrosshirns u. s. f. Auch dort, wo diese Verbildungennicht in direkter Beziehung zu dem Centralorgane der psy-chischen Funktionen stehen, lassen sie doch einen Rück-schluss auf die pathologische Natur der Gesammtanlage zu.
Ungleich häufiger sind jedenfalls die Residuen krank-hafter Processe. Hauptsächlich kommen hier encephali-tische, meningitische und hydrocephalische Erkrankungenin Betracht, die partielle Zerstörungen (z. B. Porencephalie)und Veränderungen der Hirnrinde, oder allgemeine Atrophiederselben durch Steigerung des intrakraniellen Druckes her-beiführen können. In den ersten Lebensjahren sind jaderartige, meist von Krämpfen begleitete Affektionen ziem-lich häufig, allerdings ohne immer so schwere Folgen zuhinterlassen. Traumata und akute Krankheiten sind wich-tige Gelegenheitsursachen zu ihrer Entstehung. Wo die