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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
Entstehung
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VI. Dementia paralytica.

achten und die Nahrungsaufnahme zu überwachen, wegendes mangelhaften Kauens nur gut zerkleinerte, leicht ver-dauliche Speisen einzuführen und das gierige Schlingendurch vorsichtiges Eingehen zu verhindern, da sonst leichtErstickungszufälle Vorkommen. Im Anfalle und bei sehrerschöpften, blödsinnigen Kranken ist vor Allem der Ent-stehung von Dekubitus vorzubeugen. Dieser Indikationdient minutiöseste Reinlichkeit, häufige Waschungen dergefährdeten Tlieile mit kaltem Wasser oder einer Spiri-tuosen Sublimatlösung, sorgfältige Beseitigung aller Falten,Brodkrumen u. dergl. aus dem Bette, die Anwendung vonWasser- oder Luftkissen und endlich ein regelmässiger, durchWärterhände bewirkter Wechsel der Lage, so dass derKranke (in schweren Fällen alle 1 / 2 Stunde Tag und Nacht)von einer Seite auf die andere, auf den Rücken, denBauch u. s. f. herumgedreht wird. Diese von v. Gudden ein-geführte Maassregel, welche bis zu einem gewissen Gradeauch der Entstehung sog.hypostatischer Pneumonien ent-gegenarbeitet, ermöglicht es, den sonst für unvermeidlichgehaltenen Dekubitus von den Paralytikern (10°/ n derselbensollen daran zu Grunde gehen) fast ganz fernzuhalten undjedenfalls gefahrdrohende Formen desselben vollständig zuverhüten. Weit schwieriger ist es, den einmal entstandenenDekubitus wieder zur Heilung zu bringen, zumal der Krankedurch seine Unruhe, Abreissen des Verbandes, dieselbe oftsehr erschwert. Eine regelrechte chirurgische Behandlunghat mich bei rechtzeitigem Einschreiten dennoch stets zumZiele geführt, wo eine Nachlässigkeit des Wartepersonalsdie Prophylaxe verabsäumt und (in wenigen Stunden!) dasUebel herbeigeführt hatte.

Die Entleerung des Mastdarms und der Blase bedarfim paralytischen Anfalle gewöhnlich nur anfangs einerNachhülfe durch Eingiessung resp. Einführung des (sorg-fältigst gereinigten und desinficirten!) Katheters; spätervollzieht sie sich regelmässig von selbst, wenn man nichtdurch zu langes Warten abnorme Füllung und dadurchLähmung beider Organe hat entstehen lassen, die dann zudauernder Kunsthülfe zwingt. Auch ausserhalb des An-falles sind übrigens diese beiden Punkte wol zu beachten,