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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Diagnose; Behandlung.

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mögensverhältnissen können, soweit eine sachverständigeBehandlung und Ueberwachung möglich ist, auch in pri-vater Pflege erhalten werden. Zu vermeiden sind jedochfrequente Badeorte mit ihren vielfachen Zerstreuungen undAufregungen, anstrengende Reisen, alle schwächenden Ein-griffe, forcirte Hunger-, Kaltwasser-, Badekuren u. s. f. Ausserder Ruhe ist Sorge für kräftige Ernährung, Regelung derVerdauung, Bewegung in frischer Luft, Vermeidung vonAlkoholicis, von Tabak, Kaffee, Thee von Wichtigkeit, aucheine milde, nicht eingreifende hydropathische Behandlung(Abreibungen, laue Bäder, Einwicklungen, keine Douclie)wird empfohlen. Wo der Verdacht auf Syphilis besteht,ist die Einleitung einer Quecksilberkur (Einreibungen oderPeptoninjektionen) indicirt, später die Anwendung von Jod-kalium in systematischen, lange fortgesetzten Gaben. Vonder grössten Bedeutung ist es jedenfalls, die Krankheitrechtzeitig zu erkennen; nur bei sofortigem Eingreifen imersten Anfänge wird man auf therapeutische Erfolge zuhoffen haben.

Die Aufregungszustände der Paralytiker sind nurin geringem Grade einer medikamentösen Behandlung zu-gänglich. Sehr häufig hilft indessen schon die Versetzungin eine ruhige Umgebung, nöthigenfalls Isolirung, sowie dieAblenkung durch ein freundliches und geschicktes, derStimmung des Kranken angepasstes Entgegenkommen, dasnicht selten den Gefährlichen und Wüthenden im Hand-umdrehen gefügig und gutmiithig macht. In andern Fällenaber, namentlich bei den Angstzuständen, versagen alle Mittel.Morphium sowol, wie Chloral, letzteres wegen der häufigenGefässveränderungen mit Vorsicht zu gebrauchen, fernerHyoscyamin, endlich das Paraldehyd sind hier mit wech-selndem Erfolge in Anwendung gezogen worden; auch diehydropathisclien Beruhigungsmethoden verdienen Berück-sichtigung, sind aber wegen des Widerstrebens der Krankenhäufig nicht durchzuführen.

Die meiste Sorgfalt erfordert die Behandlung der Para-lytiker im letzten, bettlägerigen Stadium und beson-ders in den Anfällen. Schon vorher ist es vielfach noth-wendig, sorgfältig auf die Reinhaltung der Kranken zu