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VI. Dementia paralytica.
erblichen Anlage tritt liier gegenüber den sonstigen Geistes-störungen mehr in den Hintergrund.
Als veranlassende Ursachen der Paralyse sind Inso-lation, Wärmebestrahlung des Kopfes und Kopfverletzungenzu nennen. In einzelnen Fällen scliliesst sich die Erkran-kung unmittelbar an diese letzteren an, in anderen trittsie erst nach mehreren Jahren hervor, so dass man mehreine prädisponirende Wirkung des Traumas anzunehmenhat. Von ganz besonderer ätiologischer Bedeutung ist dieSyphilis, die entweder direkt eine chronische interstitielleEncephalitis zu erzeugen oder, wie es scheint, wenigstensdie Widerstandsfähigkeit des Gehirns herabzusetzen imStande ist (Gefässerkrankungen). Manche Punkte der obenaufgeführten allgemeinen Prädisposition dürften sich aufdie grössere oder geringere Häufigkeit der Syphilis bei deneinzelnen statistischen Gruppen zurückführen lassen. Meistentwickelt sich die Paralyse erst eine Beihe von Jahrennach der Infektion; die Fälle mit geringfügigen Sekundär-symptomen scheinen namentlich gefährlich zu sein. Auchder Alkoholismus spielt in der Aetiologie der Dementiaparalytica eine gewisse Kolle; einige der von ihm erzeugtenKrankheitsbilder besitzen aber nur eine äusserliclie Aelm-liclikeit mit demjenigen jener Affektion, namentlich einegünstigere Prognose.
Endlich sind noch die psychischen Ursachen zuerwähnen, denen sicherlich eine nicht geringe Bedeutungeingeräumt werden muss. Sie scheinen es namentlich zusein, die auf dem bereits vorbereiteten Boden den letztenAnstoss zur Entwicklung der Psychose abgeben. GeistigeUeberanstrengungen, heftige Gemüthsschwankungen, nament-lich andauernde Unruhe und Aufregung verdienen vor AllemBerücksichtigung. So fordert der Krieg mit seiner An-spannung der gesummten psychischen Leistungsfähigkeit,das Börsenspiel, Excesse, der aufreibende Kampf ums Daseinin dem lebhaften Getriebe der grossen Städte regelmässigzahlreiche Opfer. Auf welche Weise diese einzelnen Mo-mente in der Pathogenese des Krankheitsprocesses Zusammen-wirken, ist noch durchaus hypothetisch; Gefässveränderungenund Kreislaufsstörungen dürften dabei in erster Linie in