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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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VI. Dementia paralytica.

der Hirnhäute. Recht häufig findet man Pachymenin-gitis interna und Hämatome der Dura, bald nur zarte,schleierartige Anflüge, bald dicke, mehrfache Schichtungzeigende Schwarten, meist auf der Scheitelhöhe. Die Piaist in Folge von zelliger Infiltration regelmässig getrübt,verdickt, bisweilen sehr beträchtlich; ihre Venen sindstark erweitert und zeigen verdickte Wandungen; diePacchionischen Granulationen sind nicht selten auffallendentwickelt. Das Gehirn ist bei länger bestehenden Fällenstets atrophisch. Das Gewicht desselben kann selbstbei Männern von normaler Körpergrösse bis auf 900 gr.herabsinken. Die Windungen sind verschmälert, beson-ders in den vorderen Partien; es finden sich stellenweiseförmliche Einsenkungen. Die Rinde ist, namentlich amVorderhirn, häufig mit der Pia so fest verwachsen, dasssich diese nicht ohne Substanzverlust von ihr ablösenlässt. Das Ependym der Ventrikel, vorzüglich des vierten,zeigt oft reichliche, stark entwickelte knötchenartige Granu-lationen.

Die mikroskopische Untersuchung bietet vor Allem inder Rinde ausgesprochene Veränderungen. Die Gefässesind sichtlich vermehrt, vielfach erweitert; in ihren Wan-dungen bemerkt man abnorme Kernwucherung; stellenweisekommt es zur völligen Obturation und Obliteration. Auchin der Grundsubstanz zeigen sich die Kerne stark ver-mehrt; die Bindegewebszellen sind enorm entwickelt, nament-lich findet man die als Spinnenzellen bezeichneten, mit zahl-reichen Ausläufern versehenen Formen in grosser Anzahlund ungewöhnlicher Ausbildung vertreten. Dagegen er-scheinen die Nervenzellen stark pigmentirt, in allenStadien der fettigen Degeneration und Atrophie, die peri-cellulären Räume mit Blutkörperchen und Exsudatmassenangefüllt, die markhaltigen Nervenfasern verschmälertund rareficirt. Bei lange dauernden Fällen sind ähnlicheVeränderungen in den grossen Ganglien ebenfalls nachweis-bar; auch in den Nervenkernen, besonders dem Hypoglossus-kern, hat man sie gesehen.

Im Rückenmarke beobachtet man ausser pachymenin-gitischen und leptomeningitischen Veränderungen namentlich