Verlauf.
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Mehrzalil der Fälle ein überaus chronischer, bisweilen dasganze Leben des Individuums erfüllender. Im Beginne derKrankheit kommen ziemlich vollständige Remissionen mitklarer Krankheitseinsicht vor; kleine Absonderlichkeitenund der Rückblick auf die charakteristische Ausbildung desWahnsystems, endlich das Festhalten des Kranken an ein-zelnen, nur scheinbar nebensächlichen Punkten desselben,eine gewisse Zurückhaltung bei der Besprechung der krank-haften Ideen weisen hier den aufmerksamen Beobachter ge-wöhnlich bald auf die Unvollständigkeit der Genesung unddie Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr der in den Hinter-grund getretenen Symptome hin. Im weiteren Verlaufeschieben sich nicht selten Aufregungen ängstlicher odermaniakalischer Natur, stuporöse, ekstatische Zustände ein,die jedesmal einen erheblichen Fortschritt in der krank-haften Verfälschung des Bewusstseinsinhaltes zu bezeichnenpflegen. Mit dem Zurücktreten der Affekte stellt sich danneine scheinbare Besserung dadurch heraus, dass der Krankeseine Wahnideen seltener äussert und in seinem Handelnbesonnener wird; hier gilt es, in dem Urtlieil über den Zu-stand desselben ausserordentlich vorsichtig zu sein.
Bei sehr langer Dauer der Krankheit vollzieht sichganz allmählich eine Wandlung mit dem Kranken. SeineWahnideen blassen ab und verlieren ihre frühere gewaltigeWirkung auf Affekte und Handlungen; er spricht von ihnen,wie von andern gleichgültigen Dingen und beschäftigt sichnicht mehr mit ihrem weiteren Ausbau. Die Stimmungwird gleichmässiger, apathischer; die frühere Reizbarkeit,aber auch die Regsamkeit des Interesses verliert sich. DerKranke zieht nicht mehr die Konsequenzen aus seinen krank-haften Ideen, sondern fügt sich ohne Schwierigkeit in seineUmgebung. Der „rex totius mundi“ beschäftigt sich mitGartenarbeit, der „Herrgott“ mit Holztragen, die „BrautChristi“ mit Nähen und Flicken. Bemerkenswerth ist es,dass sich diese völlige Beruhigung, ein Zeichen fortschreiten-der psychischer Schwäche, weit weniger schnell und durch-greifend hei den Kranken mit Verfolgungsideen zu voll-ziehen pflegt. Die Unlustgefühle. wirken ja viel mächtigerund andauernder auf unseren Willen, als die Lustgefühle,