Das cirkuläre Irresein.
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nur ganz langsam und allmählich, nicht selten von vorüber-gehenden Verschlimmerungen, gelegentlichen heftigen Zorn-ausbrüchen u. dergl. unterbrochen. Endlich ist auch diesesStadium überwunden und der Kranke in relativ normalemZustande, aber man bemerkt unschwer an ihm eine leichteErmüdbarkeit, eine gewisse Unfreiheit und Gedrücktheit, dieihm den ungehinderten Ablauf der Gedanken, die Freudig-keit der Stimmung und die selbständige Energie der Ent-schliessung beeinträchtigt. Sehr häufig beginnen nun schonwieder die ersten Anzeichen eines neuen melancholischenStadiums sich bemerkbar zu machen; in andern Fällendauert dieser Nachlass der Krankheitserscheinungen ohnewesentliche Veränderungen längere Zeit hindurch, selbstJahre lang, an.
Seltener, als dieser Gang der Entwicklung ist dasVorausgehen des maniakalischen und das Folgen des melan-cholischen Zustandes. In diesem Falle pflegt die Abnahmedes Körpergewichtes in der ersteren, die Zunahme desselbenin der letzteren Phase des Anfalles zu erfolgen.
Unter den Ursachen der cirkulären Geistesstörungspielt bei weitem die grösste Rolle erbliche Belastung, diefast niemals zu fehlen scheint. "Weibliche Individuen sindnach der bisherigen spärlichen Statistik stärker disponirt,als Männer. Gewöhnlich giebt die Pubertätszeit, seltenerdas Klimakterium den ersten Anstoss zur Ausbildungder Psychose, der bisweilen schon lange einfache periodi-sche maniakalisclie oder melancholische Störungen voran-gingen.
Die pathologische Grundlage des eigenthümlichenWechsels gegensätzlicher Krankheitszustände, wie ihn diecirkulären Psychosen darbieten, liatMeynert in periodischenStörungen der vasomotorischen Innervation gesucht. InFolge von gesteigerter Reizbarkeit des Gefässcentrums sollsich ein verstärkter Kontraktionszustand im gesammtenArteriengebiete ■ mit gleichzeitiger Hirnanämie als Ursacheder melancholischen Verstimmung entwickeln. Gerade dieso entstandene mangelhafte Ernährung des vasomotorischenCentrums soll dann weiterhin eine Lähmung desselben,Erweiterung der Gefässe und Hyperämie des Gehirns herbei-
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