282 IV. Periodische Geistesstörungen.
führen, als deren symptomatischer Ausdruck der Sym-ptomenkomplex des maniakalisclien Stadiums betrachtetwird. Zweifellos ist es, dass sehr markirte Veränderungenim Verhalten der Pulsbilder den beiden Phasen des An-falles parallel gehen, dagegen muss die Frage nach derenDeutung und pathogenetischem Werthe als eine noch offenebezeichnet werden. Für die Erklärung der psychischenErscheinungen würde übrigens, selbst wenn jene geistvolle,aber sehr angreifbare Theorie richtig wäre, immer nochrecht wtaig gewonnen sein.
Die einzelnen Formen des cirkulären Irreseins, dieman zum Theil mit besonderen Namen belegt hat, unter-scheiden sich wesentlich durch die verschiedene Keihenfolgeund Dauer der Anfallsphasen, durch die Intensität derSymptome und das Verhalten der Intervalle. Die beidenStadien des einzelnen Paroxysmus pflegen von annäherndgleicher Dauer, das melancholische meist ein wenig längerzu sein; hinsichtlich der Ausbildung der psychopathischenErscheinungen besteht jedoch zwischen ihnen keine feste Be-ziehung. Als Ganzes zeigen die verschiedenen Anfälle einesehr grosse Regelmässigkeit und Uebereinstimmungin ihrem Ablaufe, die durch äussere Einflüsse nur unwesent-lich alterirt wird und sofort die Diagnose einer cirkulärenPsychose gestattet. Der einfache, einmalige Uebergangmelancholischer in maniakalische Zustände genügt bei derHäufigkeit dieses Wechsels für dieselbe noch nicht.
Die Prognose dieser Form des Irreseins ist einedurchaus ungünstige. Zwar hat es den Anschein, als obdie psychische Schwäche hier weit langsamere Fortschrittemacht, als bei den periodischen Psychosen, und dass nament-lich die Intelligenz sich oft sehr lange intakt erhält, alleineine eigentliche Heilung der Krankheit kommt nicht vor.Bisweilen nimmt die Intensität, Dauer und Häufigkeit derAnfälle im höheren Lebensalter ab; in anderen Fällenjedoch sieht man im Gegentheil die anfangs noch be-stehenden Intervalle bei längerer Dauer der Krankheitsich mehr und mehr verwischen und endlich gänzlich ver-schwinden.
Die Aufgaben der Therapie beschränken sich daher