Die periodische Manie.
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in den Stand, seinen Neigungen und Gelüsten mit einemgewissen Raffinement nachzugehen und jede Gelegenheit,die sich ihm nach dieser Richtung darbietet, in weitestemUmfange auszunutzen. Er ist daher überaus erfinderischin Mitteln, seine Umgebung zu hintergehen und sich derUeberwachung zu entziehen, sich kleine und grosse Vor-theile zu verschaffen, fremdes Eigenthum, oft ganz werth-lose Dinge, in seinen Besitz zu bringen, alle möglichentollen, zwecklosen Streiche zu verüben u. s. f. In der An-stalt beherrscht er sehr bald seine Mitkranken vollständig,beutet sie aus, berichtet dem Arzte über sie, bevormundetund terrorisirt sie, wo es irgend angeht. Er ist es, derdie Honneurs der Abtheilung macht und alle jene niemalsruhenden, immer wechselnden Wünsche und Forderungenvorbringt, welche seine geschäftige Phantasie ihm für seineeigene Person, wie für die seiner „Behandlung“ ausgesetztenMitpatienten eingiebt.
Auf der geschilderten Stufe der Entwicklung kann dasKrankheitsbild stehen bleiben, häufig genug, ohne von derUmgebung als solches erkannt und gewürdigt zu werden.In anderen Fällen jedoch tritt die Störung sofort vielstürmischer hervor. Die Erregung des Kranken steigertsich rasch zu sehr hohen Graden; er wird ideenflüchtig,verwirrt; es stellen sich Sinnestäuschungen, namentlichsolche des Gesichtssinnes, ein, und die klare Auffassung derUmgebung trübt sich; auch einzelne Wahnideen sindnicht selten. Die Stimmung ist excessiv heiter, aber häufigemWechsel unterworfen, oft zornig und äusserst gereizt. Zu-gleich beginnt der Kranke zu schreien, zu singen und zutoben, gewaltthätig zu werden, sich zu entkleiden, seineKleider zu zerreissen, die Gegenstände seiner Umgebungzu demoliren und zu beschmieren, kurz es kommt zur Aus-bildung eines intensiven maniakalischen Paroxys-mus, der unter Umständen auch die Form der hallucinato-rischen, seltener der Mania gravis annehmen kann.
Auch die körperlichen Symptome des Anfalls schliessensich ganz denjenigen der einfachen Manie an. Der Schlafist mehr oder ' weniger hochgradig beeinträchtigt; dasKörpergewicht zeigt trotz des meist recht guten, bis-
Kraepelin, Comp. d. Psychiatrie. 18