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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Delirium febrile.

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iimische Zustände des Geliirns, endlich sehr häufig die,Wirkung infektiöser Krankheitsgifte anzusehen. Die Prä-disposition spielt hei der eingreifenden Natur dieser ursäch-lichen Momente eine verhältnissmässig geringe Rolle, dochist es eine sehr bekannte Erfahrung, dass jüngere Lebens-alter, Frauen und neuropathische Individuen schon bei nie-drigeren Fiebergraden leichter zu Delirien geneigt sind.

Die Prognose dieser Störungen wird durch den Um-stand getrübt, dass dieselben vorzugsweise schwerere Er-krankungsfälle zu begleiten pflegen; nach meiner Statistikstarben 35,6°/ 0 der Patienten, doch haben dabei nur sehrausgeprägte Formen der Delirien Verwertliung gefunden.In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle (70,6 °/ 0 ) über-steigt die Dauer der Alienation eine Woche nicht; fastregelmässig schwindet dieselbe mit dem Abfalle des Fiebers.Immerhin nimmt bisweilen die Psychose doch noch einenmehr chronischen, sich über einige Wochen oder Monatehinziehenden Verlauf; wir haben dann an tiefere, sich nurlangsam ausgleichende Ernährungsstörungen zu denken. Sehrselten geht das Delirium in unheilbare Geisteskrankheit(Schwachsinn, Verrücktheit) über.

Die Therapie der Fieberdelirien ist im Allgemeinenmit derjenigen des Grundleidens identisch. Die Anwendungdes Eisbeutels auf den Kopf dient dann noch mit gutemErfolge besonders der Herabsetzung der Temperatur undder Bekämpfung der Hirnhyperämie. Einen sehr entschie-denen Einfluss auf die Milderung der Fieberdelirien übt fernerdie Anwendung kühler Bäder, sowie kalter Einwicklungenund Abreibungen bei andauernd hohem Stande der Eigen-wärme aus. Weniger leisten die sonstigen Fiebermittel, die jazum Theil selbst Delirien zu erzeugen im Stande sind.In symptomatischer Beziehung ist ausser den durch diekörperliche Erkrankung selbst erforderten therapeutischenMaassnahmen auf sorgfältige Ueberwachung deliriöserKranker Bedacht zu nehmen, da dieselben unter allen Um-ständen sich und Andern gefährlich werden (gewaltthätigwerden, entfliehen, aus dem Fenster springen) können. Be-sonders wichtig ist diese Rücksicht bei den deliriösen Zu-ständen im Prodromalstadium des Typhus und der Blattern,