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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

Herzschwäche indicirt vorsichtige Gaben von Digitalis. Gegendie sexuelle Erregung wird Bromkalium empfohlen. Beiandauernder hochgradiger Schlaflosigkeit thun gelegent-liche Chloraldosen oft gute Wirkung; auch das Hyoscyaminleistet nicht selten vorzügliche Dienste. Nur in ganz ver-einzelten Fällen, dort nämlich, wo die Symptome von Hirn-reizung (Krämpfe, Mvosis, Trismus, Nackenstarre u. dergl.)auftreten, passen die früher in sehr ausgiebigem Maass-stabe geübten Blutentziehungen und zwar in Form vonBlutegeln an den Warzenfortsätzen. Allgemeine Blutent-ziehungen sind durchaus zu vermeiden. Bei sehr erheblichgesteigerter Reflexerregbarkeit werden kleine, mehrmalstäglich wiederholte Morphiuminjektionen empfohlen.

Von der grössten Wichtigkeit ist natürlich auch hierwieder die Sorge für eine ausreichende Ernährung undfür die hygienischen Bedürfnisse. Auf der Höhe derErregung gestattet die Verwirrtheit oft den Kranken keineregelmässige Aufnahme kopiöser Mahlzeiten, doch gelingtes hier mit Geduld und immer wiederholtem Anbieten,Abwarten des günstigen Augenblickes stets zum Ziele zukommen; besonders ist hier auch auf die genügende Zu-fuhr von Flüssigkeit zu achten. Gute Erwärmung derZimmer ist wegen der Neigung zur Entkleidung noth-wendig. Gegen die Unreinlichkeit schützt nur eine guteBeaufsichtigung, die einerseits dem Kranken recht oft Ge-legenheit zur Befriedigung , seiner Bedürfnisse verschafft,andererseits aber jede geschehene Verunreinigung sofort be-seitigt. Vernachlässigung dieser Regeln erzeugt namentlichbei länger dauernder Isolirung leicht die höchst unange-nehme und oft schwer zu beseitigende Unsitte des Schmierens.

Die Bekämpfung der Erschöpfungszustände folgt denschon früher ausführlich mitgetheilten Regeln. In der Re-konvalescenz ist es hauptsächlich wieder die Beschaffungeiner passenden Beschäftigung, welche zur Ablenkung dernoch bestehenden psychischen Erregung, wie zur Anregungder neu erwachenden gesunden Interessen dient. Vermei-dung von Excessen und gemüthlichen Emotionen ist vonbesonderer Wichtigkeit, da diese Momente die häufigstenGelegenheitsursachen von Recidiven darstellen.