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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

keinerlei gesicherte und konstante Befunde aufzuweisen.Auf die häufig berichtete Hyperämie des Hirns und seinerHäute ist wegen der bekannten Fehlerquellen, welche derBeurtheilung von Blutfüllungen an der Leiche anhaftet,kein grosses Gewicht zu legen. Allerdings soll gerade dasDelirium acutum regelmässig sehr stark hyperämische Zu-stände des Schädelinhaltes, ferner die Erscheinungen venöserStauung und ihrer Folgen, ödematöse Schwellung, Auswan-derung von weissen und selbst rothen Blutkörperchen indie perivaskulären und periganglionären Lympliräume dar-bieten, allein diese Befunde sind nicht konstant und ihrepathogenetischen Beziehungen zu den psychischen Sympto-men sind durchaus nicht erwiesen. Die Theorie der Manieentbehrt daher für jetzt wenigstens gänzlich der somatischenGrundlage und muss sich mit der Annahme funktionellerStörungen im Ablaufe der psychischen Vorgänge begnügen.Eine wirkliche Aufklärung über den Zusammenhang dieserStörungen ist wol nur von einer experimentellen Analysederselben- zu erwarten.

Die Diagnose der Manie bietet meist keine beson-deren Schwierigkeiten. Am wichtigsten ist es in prognosti-scher, wie therapeutischer Beziehung, sie von den Auf-regungszuständen der Paralytiker und Epileptiker abzu-trennen. In ersterer Hinsicht kommen namentlich die langeDauer der Vorläufer, der exorbitante, schwachsinnigeCharakter der Grössendelirien und die sonstigen Zeichender psychischen Schwäche, das meist Jiöhere Alter derKranken, sowie die Beobachtung der Lähmungserscheinungenin Betracht; bei den epileptischen Psychosen dagegen wirddie Diagnose durch den eventuellen Nachweis der Krampf-anfälle, das rasche Auftreten und Schwinden der Störung,endlich durch die .tiefe Bewusstseinstrübung mit vorzugs-weise ängstlichen Affekten gesichert. Melancholische Auf-regungszustände lassen sich ebenfalls durch die Beachtungdes zu Grunde liegenden Affektes und durch das Fehlender allseitigen Erleichterung und Beschleunigung der Kom-binationen ausschliessen; organische Hirnerkrankungen end-lich (Meningitis), febrile Delirien, Intoxikationen werdentheils aus der Anamnese, theils aus den körperlichen