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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

zusammenzusetzen, wie es dem Kranken just die produktivePhantasie des Augenblickes eingiebt. Alle möglichen un-nützen Dinge, Steine, Holzstückchen, Glasscherben, Nägel,dürres Laub, Papierfetzen sammelt er eifrig und speicherter bei sich auf, um mit ihrer Hülfe Wände, Möbel, Fensterzu zerkratzen und mit Malereien oder Schriftzeichen zubedecken oder unter Anwendung gekauten Brodes allerleiplastische Kunstwerke von zweifelhaftem Werthe zu ver-fertigen. Immer erfinderisch, immer geschäftig bringt erstets neue derartige Pläne zur Ausführung, sich selbst undseine Geschicklichkeit auf das Höchste bewundernd. Nichtselten dienen ihm dabei in Ermangelung anderer Materialiendie eigenen Sekrete und Exkremente.

Die sexuelle Erregung macht sich in unfläthigenReden und in schamlosem Onaniren, heim weiblichen Ge-schlechte auch im Auflösen der Haare, Salben mit Speichel,häufigem Ausspucken, Schimpfen in obscönen Ausdrücken,namentlich geschlechtlichen Verdächtigungen des Wart-personals, Luft. x

Für ihre Umgebung sind maniakalisclie Kranke imAllgemeinen nicht gerade gefährlich, wenn auch wegen ihrerfortwährenden lauten Unruhe und ihrer Neigung zu mutli-willigen, übermütliigen, oft recht derben Scherzen häufigsehr lästig. In den Anfällen zorniger Erregung, wie siedurch eine ungeeignete, aufreizende Behandlung, bisweilenauch durch unkontrolirbare Antipathien, Wahnideen u. dergl.hervorgerufen werden, kommen jedoch explosive gewalt-thätige Angriffe mit blinder Zerstörungswut]! vor, in denendie Kranken unter Umständen recht gefährlich werdenkönnen.

In den höchsten Graden der maniakalischen Er-regung ist das Bewusstsein sehr erheblich getrübt. DieWahrnehmung der Aussenwelt ist eine völlig verworrene,durch massenhafte, phantastische Sinnestäuschungen traum-haft veränderte, der Vorstellungsverlauf überstürzt, zu-sammenhangslos und zerfahren, der Inhalt der Vorstellungenvag, undeutlich, verschwommen. Dabei besteht ein inten-siver, triebartiger Bewegungsdrang. Die Bewegungen selbsthaben den Charakter psychisch motivirter Handlungen ver-