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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
Entstehung
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Mania.

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findet sich fast regelmässig ein häufiger und rascher Wechselder Affekte, in dem allerdings die Lustgefühle meistimmer wieder die Oberhand zu gewinnen und so demganzen Krankheitsbilde seine eigenthümliche Färbung zuverleihen pflegen. Mitten in den Paroxysmus der aus-gelassensten Heiterkeit schiebt sich plötzlich jäh und un-vermittelt eine vorübergehende traurige Verstimmung mitheftigem Weinen und Jammern, die ebenso rasch, wie siehereinbrach, wieder in den früheren Zustand übergeht. Oderaber es kommt zu episodischen lebhaften Ausbrüchen vonzorniger Gereiztheit mit der Neigung zu Angriffen auf dieUmgebung, die bisweilen das ganze Krankheitsbild so sehrbeherrschen, dass man eine eigene Form der Zorntob-sucht (Mania furiosa) aufgestellt hat. Diese Erfahrungensprechen mit Sicherheit dafür, dass der Manie nicht sowolein bestimmter Affekt, als vielmehr die Leichtigkeitund Raschheit eigenthümlich ist, mit der die verschie-densten Affekte an wachsen und wieder verschwinden.Zweifellos ist dieser Wechsel derselben vielfach durch äussereAnlässe, die Behandlung des Kranken Seitens der Umgehung,zufällig aufgetauchte Vorstellungen, Wahnideen, Sinnes-täuschungen, bisweilen vielleicht auch durch den Kontrastbedingt.

Entsprechend der grösseren Lebhaftigkeit der Affektegewinnt hier auch die motorische Erregung eine ausser-ordentliche Intensität. Der Kranke wird beherrscht voneinem rücksichtslosen Bewegungsdrange, der ihn oft Tagund Nacht nicht zur Ruhe kommen lässt. Fast ohne Unter-brechung ideenflüchtig und zusammenhangslos perorirend,Grimmassen schneidend, bald lachend, bald weinend, baldzornig, dazwischen singend, johlend, pfeifend, in die Händeklatschend, springt und tanzt er im Zimmer herum, putztund wischt am Boden, an den Wänden und Fenstern, sogarmit seinem Koth und Urin, poltert und trommelt an derThür, entkleidet sich, zerschlitzt seinen Anzug in schmaleStreifen, um sie hundertfältig verknotet und verschlungen zuphantastischen Drapirungen zu benutzen. Ebenso werden auchandere irgend erreichbare Gegenstände gern in ihre Bestand-tlieile zerlegt, um aus ihnen neue Gebilde verschiedener Art