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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Mania.

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alle die kleinen und grossen Mängel des Daseins, die ihmfrüher das Leben verbittert haben, schrumpfen und schwindendahin vor dem Gefühle der jugendlichen Kraft und Elasti-cität, welches ihn neu belebt.

Auf dem Gebiete des Handelns äussert sich diemaniakalische Erregung in einer erhöhten Geschäftig-keit. Der Kranke fühlt das Bedürfniss, aus sich heraus-zugehen, mit seiner Umgebung in lebhafteren Verkehr zutreten, eine Bolle zu spielen. Er fängt daher an, viel aus-zugehen, Wirthshäuser, Gesellschaften, Vergnügungen zubesuchen, Beisen zu machen, viele und lange Briefe zuschreiben, sich um alle möglichen Dinge und Vei'hältnissezu kümmern, die ihm früher gänzlich fern lagen. Er

knüpft zahlreiche Verbindungen an, baut Luftschlösser undstürzt sich mit rasch wechselndem Enthusiasmus aus einerUnternehmung in die andere, ohne irgend etwas zu voll-enden. So unternimmt er in Folge eines plötzlichen Ein-falles weite, planlose Beisen, sammelt alle möglichen un-nützen Dinge bei sich an, macht eine Menge zweckloserEinkäufe und Tauschgeschäfte, weil jedes neue Objekt seineBegierde reizt, so sehr, dass in dieser krankhaften Lust amBesitze bisweilen selbst der gelegentliche Diebstahl und dieUebervortheilung nicht gescheut wird, um irgend einenerwünschten Gegenstand zu erlangen. Dies Interesse er-lischt meist so rasch, wie es erwacht war; das soeben nochmit allen Mitteln Erstrebte wird im nächsten Augenblicke'achtlos bei Seite geworfen, verschenkt, verschleudert.

Im äusseren Benehmen des Kranken macht sicheinmal das erhöhte Selbstgefühl, die Sucht aufzufallen, dannaber die Unruhe und Unstetigkeit desselben bemerkbar. Miteinem theatralischen, gespreizten Gebahren verbinden sichsehr lebhafte und exaltirte Ausdrucksbewegungen. DieKleidung ist auffallend, vielleicht stutzerhaft, aber gleich-zeitig nachlässig, salopp. Die Schrift zeigt grosse prätensiöseZüge, viele Ausrufungs- und Fragezeichen, Unterstreichungen,neben mannigfachen Unsauberkeiten und Flüchtigkeiten inder äusseren Form. Der Kranke führt überall das Wort,drängt sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund,sucht Aller Augen auf sich zu lenken; er spricht viel und