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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

und weiter zu verarbeiten. Oft stellt sich das Vorhanden-sein derselben erst nachträglich heraus, wenn der Genesenedavon erzählt.

Der Grundton der Stimmung ist zumeist ein heiterer.Allerdings ist diese Erscheinung nicht von vornherein indem Krankheitsprocesse begründet; vielmehr ist eigentlichnur die Labilität, die leichte Veränderlichkeit der Stim-mung für die Manie charakteristisch. In der Wahrnehmungdes erleichterten Vonstattengeliens aller psychischen Vor-gänge, des Wegfalls der Hemmungen ist jedoch hier eineQuelle dauernder Lustgefühle gegeben, aus welcher die be-sondere exaltative Färbung der Stimmung ihren Ursprungnimmt. Sehen wir doch im ersten Stadium des Alkohol-rausches den rascheren Ablauf döt Vorstellungen und Willens-handlungen sich ebenfalls regelmässig mit Lustgefühlenverknüpfen! Eine wichtige Bestätigung erhält diese An-schauung durch die Erfahrung, dass der Kranke gegenüberäusseren Beeinflussungen, namentlich solchen, die ihn inseinem Thun und Treiben zu hemmen suchen, Widerspruch,Versagung seiner Wünsche u. dergl. eine entschiedene Er-höhung der gemiithliehen Reizbarkeit erkennen lässt.Schon geringfügige Anlässe genügen, um heftige, allerdingsmeist rasch vorübergehende zornige Affekte bei ihm her-vorzurufen.

Das Selbstgefühl des Kranken zeigt eine sehr be-trächtliche Steigerung. Für ihn giebt es keine Schwierig-keiten nnd Hindernisse; Alles muss ihm gelingen, was erin Angriff nimmt. Mit dem Krankheitsgefühle fehlt auchdie Krankheitseinsicht: er fühlt sich so gesund und

leistungsfähig, wie nie in seinem Leben und weist jedeVermuthung einer psychischen Störung mit Lachen oderEntrüstung zurück. Jeder neue Eindruck wird im Sinneder herrschenden Lustgefühle optimistisch aufgefasst unddient auf diese Weise dazu, die hohe Selbstzufriedenheitdes Kranken immer mehr zu verstärken. Die Aussenwelterscheint ihmim rosigsten Lichte; die albernsten Pro-duktionen und Ideen nimmt er mit kritikloser Begeisterungauf. Ueberall sieht er Freunde, ausgezeichnete Menschen;das Geld liegt auf der Strasse, das Glück lächelt ihm, und