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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

gern, von sieh selbst oft in der dritten Person, um sichein gewisses Relief zu geben, renommirt in stark über-triebener Weise mit seinen vornehmen Bekanntschaften,seinen Leistungen und Fähigkeiten, ohne es mit der Wahr-heit sehr genau zu nehmen. Dabei lässt er sich häufigsehr ungenirt gehen, macht grobe Verstösse gegen Anstandund Sitte, erzählt obscöne Witze in Damengesellschaft,nimmt sich kordiale Vertraulichkeiten gegen Fremde oderhöher stehende Personen heraus, schliesst mit dem erstenBesten Freundschaft und Dutzbrüderschaft und geräth indie mannigfaltigsten Konflikte mit seiner Umgebung undder öffentlichen Ordnung, indem er seinen augenblicklichenLaunen und Eingebungen folgt, die ihn zu allerlei muth-willigen, unüberlegten und ungehörigen Handlungen treiben.

Sehr bald beginnt der vorher vielleicht streng solideKranke in seinem maniakalischen Thatendrange daher auch,sich allen möglichen Excessen hinzugeben, sich häufig zubetrinken, unsinnig zu spielen, die Näehte auszubleiben, sichin Bordellen und zweideutigen Lokalen herumzutreiben,übermässig zu rauchen und zu schnupfen, stark gewürzteSpeisen zu essen u. s. f. Bei Frauen äussert sich die Er-regung häufig in lebhaften sexuellen Gelüsten, die sich inauffallender Toilette, ungenirtem Benehmen, zweideutigenVertraulichkeiten, in der Neigung, Bälle zu besuchen, zukoquettiren, Liebesverhältnisse anzuknüpfen, schlüpfrigeRomane zu lesen, besonders kundzugeben pflegen. Nichtselten wird diese auffallende Charakterveränderung von derUmgebung zunächst nicht als krankhaft, sondern als sitt-licher Fehler aufgefasst, den man durch freundschaftlicheAuseinandersetzungen und sociale Jlaassregelungen vergebenszu korrigiren sucht. Der Kranke selbst wird dadurch nichtsonderlich berührt; er weiss alle seine Sonderbarkeiten undneuen Gewohnheiten scheinbar ganz genügend zu motiviren:er wolle jetzt sein Leben gemessen, müsse sich endlichauch einmal etwas herausreissen u. s. f.

Auf dem geschilderten Standpunkte bleibt in einer Reihevon Fällen die maniakalische Erregung stehen. In derRegel jedoch entwickelt sich das Krankheitsbild sehr baldzu grösserer Intensität. Mit der Steigerung der Empfäng-