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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Mania.

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auf gesteigerter Beobachtung»- und Kombinationsgabe be-ruhenden Leistungen der Phantasie befähigt. Begabte Pa-tienten scheinen daher in diesen Formen der Manie ihrer Um-gebung bisweilen in einem Zustande genialen Aufschwungesund erhöhter intellektueller Kraft sich zu befinden, bis danndie zunehmende Erregung den Zusammenhang des Gedanken-ganges lockert und auch dem Ungläubigen die Augen überdie krankhafte Natur der bemerkten Veränderung öffnet.

Stets ist auch schon bei den leichtesten Graden derStörung der Mangel an innerer Einheit des Vorstellungs-verlaufes, die Unfähigkeit zur konsequenten Verfolgungeiner bestimmten Gedankenreihe, zur ruhigen, logischenDurcharbeitung und Ordnung gegebener Ideen, die Unbe-ständigkeit des Interesses, da« jähe unvermittelte Abspringenvon einem Gegenstände zum andern ausserordentlich cha-rakteristisch. Allerdings wissen die Kranken nicht seltenmit einiger Anstrengung diese Erscheinungen vorübergehendzu verwischen und die Herrschaft über ihren zügellos ge-wordenen Vorstellungsverlauf noch für einige Zeit wieder-zugewinnen. In unbewachten Momenten und namentlichin Schriftstücken wird es dann aber doch meist gelingen,jene Symptome, nachzuweisen.

Nicht selten kommen bei der Flüchtigkeit, mit derdie äusseren Eindrücke von dem Kranken aufgefasst werden,Illusionen aller Art, namentlich des Gesichtes, wenigerhäufig auch Hallucinationen zur Entwicklung. Entfernte Aehn-liclikeiten führen ihn zur Personen Verwechslung; die Gegen-stände seiner Umgebung zeigen gelegentlich Gesichter,schneiden Fratzen, bewegen sich u. s. f. Auf diesen Ver-fälschungen der Wahrnehmung und auf der Leichtigkeit,mit der jede Vorstellung Macht über den Bewusstseins-inhalt des Kranken erlangt, ohne erfolgreiche kritische Be-richtigung zu finden, beruhen auch die bisweilen zurBeobachtung kommenden Wahnideen. Der Kranke meintvielleicht, sich in einem sehr vornehmen Hause zu befinden,von hohen Persönlichkeiten umgeben, zu einem Ehrenpostenausersehen zu sein u. s. f. Sehr gewöhnlich besteht aberbei ihm selbst noch ein dunkles Misstrauen gegen dieseIdeen, welches ihn hindert, dieselben rückhaltslos zu äussern* 16 *