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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

das Bewusstsein gänzlich erfüllenden Affekte zu suchenwar, der durch seinen Einfluss ausschliesslich Vorstellungenmit depressivem Inhalte heraufführte und sich in zwangs-mässigen motorischen Reaktionen gewaltsam Luft machte,ist hier die Auffassung der äusseren und inneren Reize sosehr erleichtert, dass schon eine sehr geringe Intensitätdieser letzteren genügt, um sofort, aber freilich nur mo-mentan, die Aufmerksamkeit zu erregen. Die Stimmungschwankt rasch und unvermittelt oft von einem Extrem insandere, pflegt allerdings vorwiegend eine heitere, gehobenezu sein. Die äussere Erregung ist meist nicht so sehr derAusdruck stürmischer, unwiderstehlicher Affekte, als dieFolge der leichteren und prompteren Uebertragung jedesBewegungsimpulses in eine wirkliche Bewegung, des Weg-falles jener centralen Hemmungen, welche beim Gesundenden grössten Theil dieser Impulse schon im Entstehen zuunterdrücken pflegen.

Nach der Intensität der Erscheinungen lassen sichgewissermaasseu verschiedene Grade der maniakalischenKrankheitsbilder auseinander halten, die zwar ohne scharfeAbgrenzung in einander übergehen, dennoch aber in sympto-matischer und prognostischer Beziehung beachtenswertheEigenthümlichkeiten darbieten.

Die leichtesten Formen der Manie hat Mendel*) unterder Bezeichnung der Hypomanie zusammengefasst. DieStörung bewegt sich hier oft in Grenzen, welche demLaien die Erkennung der Krankheit sehr erschweren. DieAuffassung äusserer Eindrücke und der Ablauf der Vor-stellungen geht mit einer gewissen Leichtigkeit vor sich,das Interesse des Kranken wächst nach den verschiedenstenRichtungen hin; er erscheint vielfach aufgeweckter, scharf-sinniger, leistungsfähiger, als früher. Namentlich ist es dieGewandtheit in der Erfassung entfernter Aehn-lichkeiten, die nicht selten dem Hörer imponirt, weil sieden Kranken zu witzigen Wendungen und Pointen, Wort-spielen, überraschenden, wenn auch bei genauerer Betrach-tung meist wenig stichhaltigen Vergleichen und ähnlichen,

*) Mendel, die Manie, eine Monographie. 1881 .