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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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III. Aufregungszustände.

hafte zu suchen, sondern in clen Verfälschungen des Be-wusstseinsinhaltes, aus welchen die Angst mit derselbenNothwendigkeit hervorgeht, wie die Gemütsbewegungendes Gesunden aus den von ihm gemachten Erfahrungen.

Die Behandlung der aktiven Melancholie hat vorAllem eine Beruhigung des Kranken zu erzielen. DieserIndikation dient nicht, wie man früher vielfach glaubte,die mechanische Behinderung seiner Bewegungen durch dieZwangsjacke oderWärterfäuste, sondern zunächst die Be-seitigung aller äussern Reize. Gerade der äussere Zwangist für derartige Kranke ein Reiz, der leicht die ängst-liche Spannung zum Unerträglichen steigert. Versetzungdes Patienten in eine absolut ruhige, ihn so wenig wiemöglich beengende und reizende Umgebung ist daher daserste Erforderniss, jeder Versuch einer häuslichen Be-handlung durchaus verwerflich und gefährlich. Isolirungunter leichter Abdämpfung des Lichtes wirkt häufig sehrberuhigend; völlige Verdunklung ist namentlich bei be-stehenden Gesichtshallucinationen zu vermeiden. Selbst-verständlich muss dabei stets eine genaue Ueberwachungstattfinden, da die Kranken sich oft in hohem Grade ge-fährlich sind, mit dem Kopfe gegen die AVand rennen,Scheiben (auch bisweilen sehr dicke!) zertrümmern, um sich mitden Scherben zu verletzen u. s. f. Sobald derartige Nei-gungen hervortreten, ist die Isolirung sogleich aufzuhebenund nur im äussersten Nothfalle die Verbringung in einegut gepolsterte Zelle, welche unausgesetzte Beobachtunggestattet, zu versuchen. Für extreme Fälle von unbe-zwinglicher blinder Selbstbeschädigungssucht hat man vonmanchen Seiten auch die prophylaktische Anwendung dermechanischen Beschränkung im Bette während der Dauerder Aufregungsparoxysmen empfohlen. Nothwendig wirddiese Maassregel beim Bestehen schwerer chirurgischer Ver-letzungen, die eine ruhige Lage des Kranken unbedingterfordern.

Unter den direkten Beruhigungsmitteln spielt hier diewichtigste Rolle das Opium und Morphium, deren syste-matische Anwendung in täglicher, steigender Dosis geradebei Angstzuständen mit Recht die weiteste Verbreitung