Melancholia activa.
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Die Prognose ist verliältnissmässig nicht ungünstig,namentlich in den rasch sich entwickelnden Fällen; die haupt-sächlichsten Gefahren werden durch die Selbstmordneigungund die Erschöpfung in Folge der Schlaflosigkeit undNahrungsverweigerung repräsentirt. Die Besserung, wennsie nicht nach kurzer Dauer der äusse'rst akut verlau-fenen Krankheit wie das Erwachen aus einem schwerenwirren Traume hervortritt, vollzieht sich in vielfachenSchwankungen, vorübergehenden Nachlässen und Verschlim-merungen der inneren Unruhe, unter allmählichem Verblassender ängstlichen Befürchtungen, Wiedererwachen andererInteressen und zunehmender Befreiung von dem Druckedes Affektes. Zugleich bessert sich Schlaf und Ernährungund das Körpergewicht steigt. Gewöhnlich bleibt aber,namentlich bei chronischem Verlaufe, noch lange Zeit hin-durch eine gewisse Verzagtheit und Kleinmüthigkeit, sowieeine grosse Empfindlichkeit gegen gemüthliche Erregungenzurück, welche aufmerksame Beachtung Seitens der Um-gebung verdienen. Auch der Uebergang der ängstlichenAgitation in Stupor von verschieden langer Dauer, sowieder Wechsel zwischen diesen beiden Zuständen wird bis-weilen beobachtet. In ungünstig verlaufenden Fällen tretenmit dem Nachlasse des Angstaffektes die auf der Höhe derKrankheit entstandenen Wahnideen und Sinnestäuschungennicht oder nur theilweise zurück; der Kranke gewinntkeine Einsicht in die pathologische Natur derselben, son-dern hält sie dauernd fest, ohne sie bei wieder erlangterBesonnenheit kritisch korrigiren zu können. Auf Grundder so sich kundgebenden intellektuellen Schwäche kommtes dann zur Entwicklung des Krankheitsbildes der sekun-dären Verrücktheit.
In diagnostischer Beziehung ist es beachtens-werth, dass auch im Verlaufe anderweitiger psychischerStörungen, so z. B. der primären Verrücktheit, ängstlicheAufregungszustände unter der symptomatischen Form derMelancholia activa auftreten können. Dort ist aber in der Hegeldie Angst nicht die Grundlage der Affektion, sondern erstdie Folge von Wahnideen oder Sinnestäuschungen;nicht in dem sehr gut motivirten Affekte ist das Krank-