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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Melancholia activa.

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lieh wie im Stupor, zu Handlungen rücksichtslosester Zer-störung gegen die eigene Person oder gegen die Umgebungfortreisst. Solche plötzliche Affektausbrüche pflegt man wolalsRaptus melancholicus zu bezeichnen. Namentlich gräss-liche Verstümmelungen, das Ausreissen der Augen, derZunge, das Abreissen des Penis, der Hoden und Aelinliches,Aufschlitzen des Bauches, Selbstmord und Mord andererPersonen sind in diesen Zuständen verworrener, namenloserAngst nicht so sehr selten. Regelmässig besteht dabeivollständige, psychisch bedingte Analgesie. Meist folgtsolchen Gewaltthaten rasch das Gefühl einer gewissen Be-freiung und Erleichterung mit vorübergehendem Nachlasseder inneren Erregung.

Der Schlaf dieser Kranken ist regelmässig sehr be-deutend gestört; sie können es nicht lange im Bette aus-halten, sondern steigen immer und immer wieder heraus,um ruhelos herumzuwandern, oder sie jammern und klagenohne Unterbrechung die ganze Nacht hindurch, rufen lautum Hülfe, wollen fort, entfliehen, wecken ihre Nachbarn,kriechen vor Angst zu ihnen ins Bett, verstecken sichunter dasselbe und werden durch alle Versuche, sie zuberuhigen und im Bette zu erhalten, meist nur noch ängst-licher und aufgeregter. Aelinliche Schwierigkeiten stellensich der regelmässigen Ernährung entgegen. Anfangsfehlt nur das Interesse für die Nahrungsaufnahme und derAppetit; später aber gesellt sich fast regelmässig wirklicheSitophobie hinzu. Der Kranke, der vor lauter Angst nichtdazu kommt, selbst zu essen, wird bei jedem Versuche, ihmdie Nahrung einzuführen, immer widerstrebender und spucktAlles wieder aus, oft nur aus unbestimmten ängstlichenMotiven, bisweilen wol auch in Folge von Vergiftungs- oderVersündigungsideen. Das Körpergewicht sinkt in Folgedessen natürlich sehr rasch; die Verdauung ist sehr ge-stört, träge, die Zunge dick belegt; es bestellt starkerfoetor ex ore. Der Puls ist meist beschleunigt, die Tem-peratur normal, die Respiration ebenfalls beschleunigt,aber sehr oberflächlich.

Der Symptomenkomplex der aktiven Melancholie bildetsich entweder im Verlaufe einer passiven Melancholie