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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Stupor und Ekstase; Dementia acuta. 229

nennenswerthen Veränderungen mehr, sondern es beginntbereits eine völlige Apathie Platz zu greifen. Bekanntlichsind diese Formen des Deliriums, die auf eine hochgradigeErschöpfung des Gehirns hindeuten und namentlich heizunehmender Herzschwäche (Hirnödem) auftreten, progno-stisch sehr ungünstig zu beurtheilen. Noch tiefer ist dieStörung in dem sog. Koma vigil (Typhomanie), einemZustande von Betäubung, der nur durch starke äussereReize noch für kurze Zeit durchbrochen werden kann.Auch der Ablauf der Vorstellungen stockt; das Bewusstseinwird nUr von dunklen, unbestimmten psychischen Gebildenerfüllt, Unter denen dumpfe 'Gemeingefühle die hervor-ragendste Rolle spielen dürften. Es ist indessen nicht mitabsoluter Sicherheit zu sagen, ob §s bei erhaltenem LebenZustände giebt, in denen eine Umsetzung der Gehirnvor-gänge in psychische Proeesse überhaupt nicht mehr statt-findet, das Bewusstsein also vollständig erloschen ist. Jeden-falls haben wir es in den Symptomen der fortschreitendenHirnlähmung, Sopor, Koma, Karus, Lethargus, mit Störungenzu thun, in denen die Anzeichen irgend welcher psychischerTliätigkeit und somit höchst wahrscheinlich auch dieseletztere selbst nicht mehr existiren.

D. Dementia acuta.

Wenn die letztgenannten Zustände ein praktischesInteresse zumeist hur für den internen Mediciner zu ge-winnen pflegen-, so werfen sie doch ein gewisses Licht aufeine wichtige Form der psychischen Störung", mit welchersie sowol nach der ätiologischen, wie nach der symptomati-schen Seite hin manche Berührungspunkte aufweisen. Es istdas jene Form tiefsten Darniederliegens der psychi-schen Funktionen, die man als akuten Schwachsinn, De-mentia acuta, bezeichnet. Vom Schwachsinne im engerenSinne unterscheidet sich dieselbe wesentlich durch den Um-stand, dass sie, zunächst wenigstens, nur eine vorüber-gehende und eines völligen Ausgleichs fähige Ver-änderung, nicht einen dauernden, stabilen krankhaften