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II. Dämmerzustände.
Bewusstsein klärt sich, und es erfolgt ein allmähliches Er-wachen, wie aus einem schweren, wirren Traume, an dennoch eine summarische Erinnerung besteht. Zugleich hebtsich die Ernährung, das Körpergewicht steigt sehr be-deutend, und in langsamer Rekonvalescenz gewinnt diefrühere Persönlichkeit wieder die Herrschaft über den Be-wusstseinsinhalt. In ungünstigen Fällen verschwindet zwarauch die Spannung, aber es bleiben meist Andeutungendes früheren Zustandes, namentlich das unmotivirte Bei-behalten passiv erzeugter Stellungen, zurück. Der Affektverliert sich und die Sinnestäuschungen treten in den Hinter-grund, aber der Kranke ist theilnahmlos und blöde, ideen-arm und unfähig zu psychischen Leistungen geworden. DasGedäclitniss für seine gesunde Vergangenheit hat sehr ge-litten; er verfügt nicht mehr über die damals gesammeltenErfahrungen, sondern geht rasch dem völligen geistigenTode entgegen. Der physische Tod ist in einzelnenFällen durch Selbstmord bedingt; in anderen erfolgt derselbedurch Erschöpfung auf Grund von Nahrungsverweigerungund tiefem Darniederliegen aller körperlichen Funktionen.Es entwickeln sich Bronchialkatarrhe (Ansammlungen vonSekreten), Darmkatarrhe (Stauungen), Tuberkulose, selbstDekubitus. Als anatomische Befunde an den nervösenCentralorganen werden aufgeführt Anämie, venöse Stauungund Oedem der Pia und des Gehirns, in den Fällen sekun-dären Blödsinns auch Rindenatrophie. Die Zurückführungdes Stupors auf anfänglichen Gefässkrampf (wie beimSchreck) und spätere vasomotorische Lähmung mit dendaraus hervorgehenden pathologisch-anatomischen Verände-rungen würde dadurch nahe gelegt sein.
Jeder Stuporkranke bedarf unbedingt der Anstalts-behandlung, da er Anforderungen an Pflege und Ueber-waehung stellt, die in privaten Verhältnissen niemals ingenügender Weise zu erfüllen sind. Die erste Sorge istdie Aufrechterhaltuug der Ernährung, die hiergrossen Schwierigkeiten begegnet und nicht selten Monatelang durch künstliche Fütterung geschehen muss. Die Aus-wahl von möglichst nahrhaften Speisen (Milch, Eier etc.)ist darum sehr geboten. Um das rapide Sinken der Körper-