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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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II. Dämmerzustände.

unter fortschreitender Rückkehr der Besonnenheit, nament-lich bei längerer Dauer der ganzen Störung. Der Krankekann hier unter Umständen schon vollständig genesen er-scheinen, während er in Wirklichkeit noch sehr benommenund von mannigfachen Verfälschungen der Auffassung be-herrscht ist, ein Verhalten, welches sich dann nachträglicherst bei vollkommener Genesung herausstellt. Die Erinne-rung an die Zeit des krankhaften Zustandes ist fast immervöllig erloschen oder doch sehr getrübt und verworren;nur selten sind die Kranken im Stande, klare Auskunftüber ihre psychischen Erlebnisse zu geben. Es ist indesseneine überaus wichtige und sehr beachtenswertheThatsache, dass bisweilen während des Abklingens derStörung bei scheinbar schon vollständiger Besonnenheiteine Erinnerung an die Wahnideen und krank-haften Handlungen bestehen kann, die später voll-kommen verschwindet. Diese Erfahrung fordert zugrosser Vorsicht in der forensischen Beurtheilung der-artiger Fälle auf. Scheint doch der Verdacht einer Simu-lation ausserordentlich nahe zu liegen, wenn ein anfangszu Protokoll gegebenes Geständniss von dem Thäter weiter-hin vollständig widerrufen wird! Hingewiesen sei hier nurauf den Umstand, dass es uns bekanntlich mit unserenTräumen sehr häufig ganz ähnlich ergeht; wir vermögensie unmittelbar nach dem Erwachen noch zu reproduciren,während sie später unserem Gedächtnisse völlig entschwinden.

Die Prognose der epileptischen Dämmerzustände istinsofern eine durchaus günstige, als der einzelne Anfallregelmässig in Genesung übergeht, sobald nicht etwa körper-liche Komplikationen oder ein Selbstmord den tödtlichenAusgang herbeiführen. Sehr gewöhnlich indessen kehrenfrüher oder später ähnliche Zustände wieder; die leichterenund leichtesten Formen pflegen sich sogar bisweilen regel-mässig an alle Krampfanfälle anzuscliliessen. Die aus-geprägteren und länger dauernden Bewusstseinstrübungensind im Ganzen relativ selten; sie können unter Umständenaucli wol nur einmal im Leben oder in jahrelangenZwischenpausen hervortreten.

Die psychisch-epileptischen Paroxysmen betrachtet man