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I. Depressionszustände.
Schreckliches zugestossen, dass sein Haus abgebrannt sei,dass der Weltuntergang bevorstelie und Äelmliches. Schondie geringsten äusseren Anlässe genügen, um auf demkrankhaften Stimmungsliintergrunde derartige depressiveIdeen entstehen und sich befestigen zu lassen.
Die Wahrnehmung der wachsenden Arbeitsunfähigkeitund Energielosigkeit giebt den Wahnideen einen hypo-chondrischen Charakter; es entstellt ein intensivesKrankheitsgefühl, welches durch die Empfindung der Schwerein allen Gliedern und verschiedenartige Parästhesien an-dauernd unterhalten wird. Jede von dem Kranken be-merkte Zustandsveränderung wird in dem allerschwärzestenSinne von ihm ausgelegt. In den leichteren Fällen beziehensich die Befürchtungen nur auf die wirklich vorhandenePsychose; er glaubt, nie wieder von derselben genesen, niewieder froh werden zu können. Bisweilen aber fehlt dieEinsicht in die Krankhaftigkeit der Verstimmung, und dieseletztere selbst wird motivirt durch den Hinweis auf dieschrecklichen und unheilbaren Leiden, die sich im Körperentwickelt haben (Bückeumarkssch windsucht, Gehirner-weichung, Darmverschlingung, lebendige Tliiere im Leibeu. Äelmliches). Dem gleichen Ideenkreise gehören die schonauf erhebliche psychische Schwäche hindeutenden Vorstel-lungen, besessen, behext, in ein Thier verwandelt, ganz kleinzusammengeschrumpft, gestorben zu sein n. s. f.
Häufiger ist der Versündigungswahn. Das Gefühlder inneren Leere erzeugt die Idee der moralischen Ver-schlechterung. Der Kranke hat kein Herz mehr für seineAngehörigen, für seine früheren Interessen und glaubt da-her sittlich verkommen zu sein, nennt sich in pessimistischerSelbstkritik ein herzloses, von Gott mit Recht verlassenesGeschöpf. Mit der skrupulösesten Spitzfindigkeit werdendie eigenen früheren Handlungen im Sinne der herrschendenSelbstverachtung analysirt und aus ihnen das immer gleiche,vernichtende Resultat abgeleitet, dass sie alle von Eigennutzund sündhaften Motiven diktirt gewesen seien. Die Krank-heitseinsicht fehlt dabei gänzlich; vielmehr wird die vor-handene innerliche Verödung als die natürliche Consequenzder eigenen Schlechtigkeit hingestellt. Eine wiederholt in