Melancholia Simplex.
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regelmässig zum Essen ungehalten; die Appetitlosigkeit undVerdauungsträglieit wird durch milde Laxantien, Klystiere,sowie durch passende Auswahl der Speisen bekämpft.Meist gelingt es besser, in häufiger Wiederholung je kleinereMengen von Nahrung zuzuführen, als die kopiöseren Haupt-mahlzeiten einzulialten. Geduld und Beachtung der Wünschedes Kranken vermag hier sehr viel zu erreichen. Nurin sehr seltenen Fällen wird man bei hartnäckiger Sito-pliobie zur künstlichen Ernährung zu greifen haben; diebesonnenen Kranken geben den als nutzlos erkannten Wider-stand meist bald auf.
Von grösster Wichtigkeit ist die Regelung desSchlafes, deren Einwirkung auf den psychischen Allgemein-zustand oft sehr prägnant hervortritt. Bei der langenDauer der Krankheit ist jedoch von der Anwendung dermedikamentösen Mittel nicht' so sehr viel zu erwarten, dasie nicht lange hintereinander fbrtgegeben werden können;höchstens empfiehlt sich vorübergehend ein Versuch mitChloralliydrat, bisweilen vortlieilhaft in Verbindung mitMorphium. Vorzuziehen sind die diätetischen Schlafmittel,abendliche verlängerte Bäder (von 33—34") und Priess-nitzsche Einpackungen, endlich Spirituosen, namentlichBier. Auch regelmässige Spaziergänge im Freien, wennnicht Bettruhe nötliig ist, wirken schlafbefördernd, dochist dabei jede Ueberanstrengung zu vermeiden, da sie denentgegengesetzten Erfolg zu haben pflegt.
Ausser diesen Maassnahmen wird auch in den mildestenFormen der Erkrankung unumgänglich notliwendig einesorgfältige Ueberwachung. Sobald die geringsten An-zeichen von Selbstmordneigung hervortreten, ist die Ver-bringung in eine zuverlässige Irrenanstalt (nicht sogen,„offene“ Kuranstalt) dringend geboten. Tag und Nachtmuss in solchen Fällen Jemand in unmittelbarer Nähe desKranken sein und ihn unausgesetzt im Auge behalten.Das Schlafen eines Wärters im gleichen oder gar imNebenzimmer ist in irgendwie bedenklichen Fällen durchausunzureichend. Diese peinliche Aufmerksamkeit, die denKranken keinen Moment, auch auf dem Abort nicht, ausserAcht lässt, ist bis in die volle Rekonvalescenz hinein fort-