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I. Depressionszustände.
wickliuig gelangt sind, die auf eine tiefere Affektion liin-deuten. Für die Beurtheilung dieses Punktes ist es vongrosser Wichtigkeit, die hier besprochene Psychose nichtmit den melancholischen Verstimmungen zu verwechseln,welche als einleitendes Stadium anderer Geistesstörungen, derprimären Verrücktheit, der Dementia paralytica, der Manieauftreten können. Meist lässt hier die Beobachtung des Ver-laufes sehr bald die charakteristischen Züge der folgendenErkrankungen wenigstens andeutungsweise erkennen. Sehrbeeinträchtigt wird die Prognose durch das Besteheneiner psychopathischen Disposition, namentlich wenn die-selbe sich schon von vornherein als ein gewisser Grad vonpsychischer Schwäche kundgiebt. Allerdings pflegt es insolchen Fällen überhaupt nicht bei den einfachen Formender Melancholie zu bleiben. Eine weitere Gefahr für denAusgang des Leidens wird durch die Möglichkeit einesSelbstmordes oder der Erschöpfung in Folge von anhaltenderSchlaflosigkeit und Nahrungsverweigerung gebildet. Hoch-gradige, länger dauernde Apathie begünstigt auch erfalirungs-gemäss die Entwicklung der Phthise.
Die Behandlung der einfachen Melancholie hat vorAllem für die Entfernung aller den Kranken schä-digenden Beize zu sorgen. In leichteren Fällen undunter günstigen äusseren Verhältnissen genügt zur Erfüllungdieser Indikation die völlige Entlastung von den täglichenGeschäften und der Aufenthalt in einer ruhigen, behaglichenUmgehung. Die Langeweile ist ein vorzügliches Heilmittelfür solche Kranke, da sie die Buhe in sich schliesst. „Zer-streuungen“, anstrengende Reisen, forcirteKuren, lebhafte Ge-selligkeit wirken ebenso, wie pädagogische und moralisirendeMaassregeln regelmässig rasch verschlimmernd auf den Zu-stand ein. Bei grösserer Intensität der Erkrankung ist dieBettruhe sehr zu empfehlen, namentlich für anämischeIndividuen. Das ruhebedürftige Gehirn und der Kräfte-zustand werden so am besten geschont. Jede anstrengendeBeschäftigung, jede heftigere Gemüthserregung muss ver-mieden werden.
Eine weitere Aufgabe der Behandlung ist die Sorgefür eine gute, kräftige Ernährung. Der Kranke wird