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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Melaneholia simplex.

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Variationen den gemeinsamen Grundzug der depressiven Ver-stimmung erkennen lassen, gehen eine Reihe von elemen-taren nervösen Stör ringen, welche auf eine allgemeinereBeeinträchtigung der Centralorgane hindeuten. Der Schlafdes Melancholikers ist regelmässig sehr schlecht, unruhig,leise, von lebhaften, unangenehmen und quälenden Träumenbegleitet. Trotzdem, oder vielmehr gerade deshalb bestehtein dauerndes Gefühl der Abspannung, Müdigkeit und Schwerein allen Gliedern, besonders auch im Kopfe, das sich bis-weilen zu wirklichen schmerzhaften Sensationen steigert.Selten kommen greifbare nervöse Affektionen, Anästhesien,Hyperästhesien u. dergl. zur Beobachtung; nur wegen dermangelnden Aufmerksamkeit oder wegen psychischer Hyper-algesie erscheint die periphere Empfindlichkeit bisweilenherabgesetzt oder gesteigert. Die Ernährung nimmt nachAusweis der Körpergewiclitskurve stets, auch dort, wokeine Nahrungsverweigerung besteht, im Beginne der Er-krankung rasch ab, um erst mit dem Eintritte der R,e-konvalescenz sich wieder zu heben. Der Appetit ist sehrgering oder ganz aufgehoben, die Verdauung träge; sehrhäufig findet man äusserst hartnäckige Obstipation.Starker Belag der Zunge und foetor ex ore pflegen dieseStörungen zu signalisiren. Die Wärmeproduktion, wiedie Wärmeabgabe ist vermindert, die Temperatur häufigdauernd unter der Norm, vielfache Unregelmässigkeiten inihrer Vertheilung auf die peripheren Körperpartien dar-bietend. Auch die Organe des Kreislaufs zeigen eineentschiedene Herabsetzung ihrer Energie. Der Puls istklein, abnorm verlangsamt (in einem Falle meiner Beobach-tung bis auf 40 Schläge!), die Extremitäten sind häufigcyanotisch, kühl (besonders die Fiisse), ja es können sogarOedeme auftreten, die nur in der Cirkulationsliemmung ihreUrsache haben und bei der Genesung rasch wieder ver-schwinden. Seltener werden au«li an der Haut die Er-scheinungen ungenügender Ernährung, Trockenheit, Sprödig-keit, kleienartige Abschuppung u. s. w. beobachtet.

Die einfachen Formen der melancholischen Verstimmungohne ausgeprägtere Wahnideen, ohne heftigere Affekte undohne Bewusstseinstrübung gehören zu den häufigsten psyclii-