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I. Dejiressionszustänrle.
trostlose Zukunft, die Unerträglichkeit des gegenwärtigenZustandes, lassen den Wunsch der Vernichtung des Daseinsmit wachsender Gewalt in das Bewusstsein treten undspornen Intelligenz und Energie zu den äussersten Anstren-gungen an, um die Erfüllung desselben um jeden Preis zuerzwingen. Je besonnener und relativ freier der Krankeist, desto grösser natürlich die Gefahr, dass es ihm gelingt,seinen Zweck zu erreichen. Das Raffinement, mit welchemer trotz sorgfältigster Ueberwacliung die unscheinbarste Ge-legenheit auszunutzen weiss, die Fähigkeit zur Dissimulationder krankhaften Verstimmung, um sein einziges Dichtenund Trachten besser zur Ausführung bringen zu können,ist bisweilen staunenswertli.
Jeder Melancholiker ist daher als ein ausser st ge-fährlicher Kranker zu betrachten, um so gefährlicher,wenn ilm seine Intelligenz zur Verstellung und List be-fähigt. Er kann sich in der Badewanne ertränken, an derTliürklinke, an irgend einer vorspringenden Ecke im Ab-tritte, ja selbst im Bette (auch in der Zwangsjacke!) strangu-liren, Nadeln, Nägel, Glasscherben verschlucken, sich dieTreppe herunterstürzen, den Schädel mit einem schwerenGegenstände zertrümmern, sich ausliungern u. s. f. u. s. f.Aber auch für die Umgebung repräsentirt der Melancholikernicht selten eine grosse Gefahr. Die innere Spannungmacht sich bisweilen plötzlich in zwangsmässigen, rücksichts-losen Gewaltakten Luft, die sich häufig genug gegen ge-liebte Personen richten. Meist folgt denselben das Gefühlder Befreiung von einer schweren Last. Ferner kann diemelancholische Verfälschung der gesammten Weltauffassungneben dem Drange zum Selbstmorde auch das Strebenerzeugen, Weib und Kind mit umzubringen, um sie vordem traurigen Schicksale des Daseins, den Gefahren derVerführung, der Gottlosigkeit zu bewahren, und endlichkommt es auch vor, dass derartige Kranke, die den Mutlizum Selbstmorde nicht in sich fühlen, eine Gewaltthat be-gehen, um durch richterlichen Urtlieilspruch sicher desTodes tlieilliaftig zu werden.
Parallel mit diesen krankhaften Veränderungen derhöheren psychischen Funktionen, die in verschiedenen