Behandlung einzelner Symptome.
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allmählich ganz aufzuhören; liier ist rasches Einschreitendringend geboten, weil sonst leicht ein unaufhaltsamerKollaps erfolgt. Je nach dem Zustande des Patienten wirdman spätestens 2 — 3 Tage nach Beginn der völligen Ab-stinenz, bisweilen auch schon viel früher, mit der künst-lichen Fütterung vorzugehen haben. Bei plötzlich auf-tretender Nahrungsverweigerung und bei kräftigem Körperkann man ruhig 5—6 Tage zuwarten, wo häufig der grim-mige Hunger, der allerdings bei längerem Fasten schliess-lich ausbleibt, derselben ohnedies ein Ende macht. Ist dieSitophobie keine absolute, geniesst der Kranke wenigstensnoch Wasser, so hat man unter steter Berücksichtigungseines 'Ernährungszustandes selbst 8—10 Tage ohne GefahrZeit, bevor Zwangsmaassregeln nöthig sind.
Die Methode der künstlichen Fütterung selbst besteht inder Einführung einer Sonde in den Magen, durch welche ent-weder mittelst eines einfachen Trichters oder einer Spritzelauwarme, passend zusammengesetzte, nährende Flüssigkeitenin denselben befördert werden. Die Einführung geschiehtdurch den Mund oder durch die Nase. Die erstere Artder Manipulation bietet den Vorzug der leichteren Aus-führung, aber sie zwingt beim Widerstande des Krankenzu gewaltsamer Eröffnung und Offenhaltung der Zahnreihedurch keilartige Instrumente, die sogar zu Verletzungenführen kann; letztere Manier macht den Arzt vom Widerstandedes Kranken völlig unabhängig, aber sie erfordert grosseVorsicht und eine gewisse technische Fertigkeit, die nurdurch einige Uebung erlangt wird. Bei jeder Fütterungmuss der Kranke durch sichere Hände zuverlässig fixirtsein, um jede unvermuthete, störende Bewegung zu ver-hindern; die Applikation der aus weichem, biegsamem Ma-terial bestehenden Sonde (Gummischlauch oder die gebräuch-lichen schwarzen französischen und gelben englischen, durchErwärmen weich werdenden Sonden), geschieht langsam undohne die mindeste Gewalt. Die Fütterung durch die Naseerheischt grosse Geduld und muss bisweilen wiederholt vonNeuem versucht werden.
Von grosser Wichtigkeit ist es, sich davon zu über-zeugen, dass die Sonde den richtigen Weg genommen hat