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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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V. Allgemeine Therapie.

En he findet. Sehr häufig ist dulier auch eine sofortigeBeruhigung der rasche Erfolg einer Versetzung in dieAnstalt.

Leider verhindern auch heute die immer noch imPublikum und seihst hei Aerzten bestehenden Vorurtheilegegen die Anstalt die rechtzeitige Durchführung diesersegensreichen Maassregel. Die Erfahrung hat auf das Un-zweifelhafteste erwiesen, dass die Prognose der Geistes-störungen sich um so günstiger gestaltet, je früher dieVerbringung in ein geeignetes Asyl geschieht. Nur Jjeiganz leichten Formen psychischer Verstimmung oder chro-nischen Schwächezuständen u. dergl., und wenn die häus-lichen Verhältnisse eine sehr gute Ueherwachung und Pflegegestatten, ist es gerathen, von der Anstaltsbehaiidlung ab-zusehen. In allen schweren Zuständen jedoch, -und ganzunbedingt dann, wenn in der Umgebung des Krankenseihst schädliche Momente gelegen sind, oder wenn sichSelbstmordideen, Nahrungsverweigerung, stärkere Auf-regung, Unreinlichkeit, Neigung zu Gewalttlültigkeiten ein-stellen, ist die schleunigste Versetzung aus der Familie indie Irrenanstalt geboten. Gewarnt muss namentlich werdenvor den vielfachen unverständigen Versuchen, die heran-naliende Psychose durchZerstreuungen, anstrengendeReisen, Entziehungs- und Kaltwasserkuren abschneiden zuwollen, bevor man sich zu dem einzig richtigen, langeperhorrescirten Schritte der Verbringung in das Asyl ent-schliesst. Die beste Zeit zum rationellen ärztlichen Han-deln ist dadurch verloren gegangen, die krankhafte Reiz-barkeit zu immer grösserer Höhe und vielleicht zur völligenunheilbaren Erschöpfung gesteigert worden, so dass derKranke nach allen den missglückten Versuchen schliesslichschon als geistige Ruine in die Hände des Irrenarztes gelangt.Trotzdem der Schwerpunkt der Behandlung Geisteskrankerin der Irrenanstalt gelegen ist, bleibt es daher eine überauswichtige Aufgabe des Hausarztes, rechtzeitig die Entwick-lung der Störung zu erkennen und ohne viel Zeitverlustmit nutzlosem und häufig schädlichem Experimentiren dieVersetzung des Kranken in die für ihn geeignete Umgehungzu veranlassen. Von besonderem Werthe wird es dabei sein,