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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Unheilbarkeit; Tod.

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Bewusstseinsinhalt desselben am Ende nur mehr von wirrenBesten vergangener und zerfallener Vorstellungsreihen erfülltzeigt, um nach und nach gänzlich zu veröden. Dieser Vor-gang ist es, den man mit dem Namen der Verblödungzu bezeichnen pflegt. Derselbe kann sich je nach der Formder Geistesstörung, welche er abschliesst, in symptomatischetwas verschiedener Weise vollziehen, aber er trägt stetsden allgemeinen Charakter einer fortschreitenden Vernichtungder ursprünglichen Persönlichkeit, sowol nach ihrem Er-innerungsschatze und ihren intellektuellen Leistungen, wienach der Seite ihres Gemütlislebens hin.

Wo also diese Zustände der Unheilbarkeit den Ausgangder Psychose bilden, da ist der Verlauf derselben in derRegel ein progressiver, dem völligen geistigen Tode mehrund mehr entgegenführender. Selten nur bleibt ein unheil-barer Kranker mit ausgebildetem und festgehaltenem Walin-systeme für den Best seines Lebens auf annähernd demselbenStandpunkte der Kritiklosigkeit stehen; einem aufmerksamenBeobachter wird im Laufe der Jahre die Zunahme der psy-chischen Schwäche wol niemals entgehen, wenn auch aufden von Wahnideen unberührten Gebieten die gedächtniss-mässige Beherrschung früher erlernter Urtheile sehr langeiiher die Unfähigkeit zu wirklicher geistiger Verarbeitunghinwegtäuschen mag. Denselben progressiven Verlauf pflegendie früher bereits erwähnten Krankheitsprocesse zu nehmen,welche ihren klinischen Ausdruck in periodischen und cy-klischen Geistesstörungen finden, ebenso die Epilepsie. Fort-schreitende psychische Schwäche ist ihr regelmässiger Be-gleiter. Im Einzelnen machen sich hier übrigens sehrbeaclitenswerthe individuelle Differenzen in Bezug auf dieRaschheit und den Grad der Verblödung bemerkbar, die auftiefere Eigenthümlichkeiten in der psychophysischen Kon-stitution der Erkrankten und wol auch auf Unterschiede imWesen der Krankheitsprocesse hinzudeuten scheinen, bisheraber noch ausserordentlich wenig untersucht worden sind.

Tod. Die letzte Form des Ausganges, welchen dieGeistesstörung nehmen kann, ist der Tod. Die Frage, obeine psychische Erkrankung an sich zum Tode führen könne,wie diese oder jene körperliche Affektion, ist dahin zu be-

Kraepeliu, Comp. d. Psychiatrie. 10