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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Rckonvalcscenz; Heilung.

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der Verlauf der Krankheit in seinen einzelnen Phasen amgenauesten in dem Verhalten der Gemüthssphäre wieder.Sind es doch aber auch gerade die Gefühle, in denen sichunmittelbar die augenblickliche Reaktionsweise des Indivi-duums gegen die Eindrücke und Vorstellungen seines Be-wusstseinsinhaltes kundgiebt, die uns somit über den Zu-stand desselben jeweils am besten aufzuklären vermögen,während die intellektuellen Vorgänge weit mehr von demErwerbe vergangener Tage, dem Schatze früher gebildeterVorstellungen, Begriffe und Urtheile beherrscht werden.Eine Störung ihres Ablaufes kommt daher erst verhältniss-mässig spät zu Stande und sie gleicht sich unter dem Ein-flüsse der gesammelten Erfahrung früher wieder aus, als dieAlterationen im Bereiche des Gefühls, wenn nicht die Krank-heit seihst eine so tiefgreifende Umwandlung der psychi-schen Persönlichkeit hervorgebracht hat, dass das Individuum nicht mehr vollständig die Herrschaft über die Pro-dukte seiner ehemaligen geistigen Arbeit wiederzugewinnenim Stande ist.

B. Ausgänge des Irreseins.

Heilung. Das Stadium der Rekonvalesceuz geht ohnescharfe Grenze in dasjenige der vollendeten Heilung über.Die wenigen Beste der überstandenen Krankheit, vereinzelteWahnideen, unmotivirte Verstimmungen, erhöhte Reizbarkeit,verlieren sich allmählich, die gesunden Anschauungen undInteressen treten wieder hervor; die gewohnten Beschäfti-gungen werden wieder aufgenommen; die psychische Per-sönlichkeit mit ihrer ganzen Eigenart knüpft über denkrankhaften Zeitraum hinüber wieder an die vor demselbenliegende gesunde . Vergangenheit an, ganz ähnlich, wiewir nach wirrem Traume beim Erwachen sogleich, viel-leicht auch erst nach einigem Besinnen, mit den Erlebnissenvor dem Einschlafen wieder Fühlung zu gewinnen suchen.Ist diese Wiedereinsetzung der psychischen Persönlichkeitin die Herrschaft über ihren Erfahrungsschatz in allenPunkten vollzogen, wird der Ablauf der psychischen Vor-gänge nirgends mehr durch krankhafte Gefühle oder Vor-