Entwicklungsstörungen; Erziehung.
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erblich belasteten Individuen vorfinden. Dahin gehören Ver-bildungen des Schädels, der Zähne, der Ohren, Innervations-anomalien, mangelhafte Ausbildung der Genitalien u. älml.Das Zusammentreffen derartiger Erscheinungen mit psychi-scher Entartung hat gewiss ein nicht unbedeutendes theore-tisches Interesse; für die praktische Beurtheilung des ein-zelnen Falles ist es wegen des Fehlens einer durchgreifendenGesetzmässigkeit nahezu werthlos.
Entwicklungsstörungen. Fast gänzlich unbekannt istbisher der Einfluss solcher Momente auf die Veranlagungdes Individuums, welche, ohne hereditäre zu sein, die ersteZeit seiner Entwicklung betreffen, obgleich dieselben höchstwahrscheinlich bisweilen von sehr einschneidender Bedeutungwerden. So scheint es, dass Berauschtbeit während desZeugungsaktes Epilepsie der Descendenten zur Folge haben,dass heftige Gemüthsbewegungen der Mutter während derGravidität eine psychopathische Disposition des Kindes lier-vorrufen kann. Dass ferner allerlei somatische Momente,ungenügende Ernährung, hohes oder sehr jugendliches Alterder Eltern, endlich Krankheiten dieser letzteren oder desFötus, für die Hirnentwicklung und somit auch für diepsychische Anlage des Individuums eine grosse, wenn auchnoch nicht im Einzelnen definirbare Wichtigkeit erlangendürften, bedarf keiner weiteren Ausführung.
Erziehung. Unserem unmittelbaren Verständnisse leich-ter zugänglich ist der Einfluss der Erziehung auf die Ent-wicklung der psychischen Individualität. Die allgemeinenAufgaben der Erziehung sind einmal die intellektuelleAusbildung des Kindes, die dasselbe befähigt, Erfahrungs-material zu sammeln und zu verarbeiten, dann aber die Iv o n -stituirung eines konstanten, das Handeln nach einheit-lichen sittlichen Grundsätzen dirigirenden Charakters. Nachbeiden Richtungen hin kann die Pädagogik hinter den An-forderungen Zurückbleiben, die der Kampf des Lebens an dieLeistungs- und Widerstandsfähigkeit des socialen Individuumsstellt. Vernachlässigung der Verstandesbildung giebt dasselbeallen Gefahren der Kritiklosigkeit und des Aberglaubens Preisund erschwert ihm die Ueberwindung jener Schwierigkeiten,welche die Erringung einer selbständigen Lebensstellung
Kraepelin, Comp, d- Psychiatrie. 5