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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Einleitung.

sehr ermuthigende gewesen seien, um so weniger, als dieRückschlüsse, welche sie auf die Kreislaufsverhältnisse desSchädelinnern gestatten, durchaus unsichere sind. DasGleiche dürfte von einer in neuester Zeit aufgetauchtenphysiologischen Untersuchungsmethode, der Thermometriedes Kopfes, gelten, deren Resultate allerdings nach manchenBerichten staunenswerth erscheinen, deren Fehlerquellenindessen wol noch mancher kritischen Revision bedürfen,bevor eine wissenschaftliche Verwerthung der beobachtetenTliatsachen möglich sein wird. Dass übrigens auch sonstdie Thermometrie zur Eruirung von Störungen der Wärme-produktion und -regulation, halbseitiger Temperaturdiffe-renzen u. dergl. in den Dienst der praktischen Psychiatriegetreten ist, bedarf kaum der Erwähnung.

Wir haben endlich unter den Untersuchungsmethoden,die sich auf die körperlichen Grundlagen des Seelenlebensrichten, noch jener Bestrebungen zu gedenken, welche dieallgemeinste der Lebenserscheinungen zum Gegenständeihres Studiums gemacht haben, den Stoffwechsel. Was wirhier vorfinden, sind kaum mehr als allererste Anfänge, ver-einzelte Tliatsachen mit sehr unsicherer Deutung. So frucht-bar die Idee erscheint, aus dem vermehrten oder vermin-derten Auftreten dieser oder jener Auswurfsstoffe in denExkretionen Rückschlüsse auf qualitative oder quantitativeVeränderungen des Stoffwechsels im Gehirn zu machen, sogering nur kann doch bisher hier die positive Ausbeutesein, wo die Rückbeziehung der Befunde durch eine ver-wickelte Kausalkette gar nicht oder wenig bekannter Vor-gänge hindurch auf die dunklen Veränderungen eines ein-zelnen und zwar des komplicirtesten Organes selbst beider Aufwendung des grössten Scharfsinnes einstweilen stetsin der Luft stehen bleiben muss. Von sehr entschiedenempraktischem Werthe ist dagegen die überaus einfache Methodeder periodischen Körperwägung. Die regelmässigeFeststellung des Körpergewichtes giebt uns unter Berück-sichtigung etwaiger Fehlerquellen einen äusserst brauch-baren Anhaltspunkt für die Beurtlieilung des Allgemein-zustandes eines Patienten an die Hand. Die Erfahrunghat gezeigt, dass während des akuten Verlaufes psychischer