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Einleitung.
Die Hüli'swissenschaften und Methoden derpsychiatrischen Forschung 1 .
Die beiden Wege der somatischen und der psycho-logischen Forschung sind in der Psychiatrie schon wieder-holt, aber fast immer in sehr einseitiger Weise, verfolgtworden. Die erste Frage, welche sich der somatischenRichtung naturgemäss aufdrängen musste, war diejenigenach dem Sitze der Geistesstörung. Von allen denAnsichten, welche bei der Beantwortung dieser Frage ein-ander abgelöst haben, ist als die einzig haltbare schliesslichdiejenige stehen geblieben, welche das Gehirn und in diesemwieder speziell die graue Rinde des Grosshirns als dasOrgan der psychischen Vorgänge und somit auch als denEntstehungsort des Irreseins bezeichnet. Für das tiefereVerständniss der Geistesstörungen ist es daher von grösstemWertlie, den Bau und die Verrichtungen dieser körperlichenGrundlage unserer „Seele“ so genau wie irgend möglichkennen zu lernen. Die Anatomie und Physiologie derHirnrinde unter normalen und pathologischen Ver-hältnissen sind äusserst wichtige Hilfswissenschaften, denendie Psychiatrie schon so'manchen Baustein zur Grundlegungihres wissenschaftlichen Systemes verdankt.
Verhältnissmässig wenig hat ihr bisher nach dieserRichtung hin die normale Anatomie des Gehirnes zuleisten vermocht, hauptsächlich allerdings deshalb, weil diemit grösstem Scharfsinne und bewundernswerther Gedulderuirten anatomischen Thatsachen einstweilen zum grösstenTheile ohne physiologische Deutung geblieben sind. Dasbisher für die Psychiatrie wichtigste Ergebniss dieser Unter-suchungen ist die Feststellung des Zusammenhanges einzelnerLeitungsbahnen mit bestimmten Regionen der Hirnrinde.Als ein weiteres bedeutsames Resultat haben wir die That-saclie zu erwähnen, dass die feinere Struktur der Hirn-rinde in den verschiedenen Gegenden nicht unbedeutendeUnterschiede aufzuweisen hat, ein Umstand, der wol auch