Sternkunde der Persier und Chaldäer, izz
nur überaus sehr: sondern machte sie auch ungemein prach.tig. Vermöge einer morgenlandischen Tradition sollensieben überaus große Bücher, die im Residenzschlossedes Diemschid aufbewahret wurden, durch Alexan.dern umgekoinmen seyn: und nian weiß, daß dieserEroberer die Stadt Persepolis sammt dem Palais desKönigs verbrannt hat.
Um aber wieder auf den Anfang dieser persischen Ge.schichte zu kommen: so hielt Diemschid, nach Vollen,düng des Baues der gedachten Residenzstadt,seinen feyer.ließen Einzug mit königlicher Pracht. Diemschrd hat.te den Tag dieses Einzugs so angeordnet, daß er geradederjenige war, in welchem die Sonne in das himmli-sche Zeichen des Widders trat: und man machte dieseBegebenheit sofort zur Epoche der persischen Jahrzahl:de, n so oft die Sonne aufs neue den Widder berührte:so oft feyerte man das Einzugsfest des Diemschrd. Unddieß Fest ist noch itzt das heiligste aller Feste der Pcrsier.*Sie nennen es: Neuruz, den neuen Tag, oder das neueJahr. Also bestehet diese Iahrzahl der Persier in derThat aus lauter Sonnenjahren.
Vorher gab man dem Jahre zwar nur Z65 Tage:denn man wußte noch nicht, daß es ohngesehr um einenViertelötag zu klein war: allein Diemschrd muß die.sen Jrrthum gekannt haben: denn erbefahl aller rrc»Jahre einen ganzen Monath von zo Tagen einzuschal.len; und dieß geschah auf folgende Art: Nach Verlaufder ersten Periode von 120 Jahren wurde der erste Mo.nat des Jahres; nach Verlauf der zwoken, der zweete;nach Verlauf der dritten, der dritte zweymal hinter ein.ander gezählct u. s. w. Daher traf die Reihe des Schalt,monaths allezeit nach zwölf mal verlaufenen iro Iah.ren jeden Monath einmal. Hieraus entstand also eineK 5 Periode
* //eröclor. Libl. orienl. x. Z95-