Von den ältesten astron. Entdeckungen. 4z
Vielleicht wurden Jahrhunderte erfodert, ehe dieAlten die Zahl ihrer bereits angeführten Planeten fest-sehen konnten: denn was besonders den letzten oder denMerkur anbetrifft: so ist derselbe, wegen den Dünstenam Horizonte so selten sichtbar, daß sich bey uns derje-nige fast glücklich schätzen kann, der ihn in seinem gan-zen Leber, nur einige mal erblickt. Die Planeten wur-den also in folgender Ordnung entdeckt: Mond, Sonne,Jupiter, Mars, Saturn, Venus, Merkurius.
§. 6 .
Als man die scheinbar kugelförmige Gestalt desWeltraums erkannt hatte: denn war es nicht schwer,hieraus auf eine ähnliche Gestalt der Erde selbst zuschlies-seu; es erhellet? aus der scheinbaren Bewegung aller Ster-ne, daß sie rings um die Erde herum laufen müßten,und daß diese gleichsam im Mittelpunkte der Sternen-kugei zu schweben schien. Nun n,achten sie den Himmelzu einer festen saphirnen Decke, welche die Erde umgabund den Göttern zur Wohnung diente. Vielleicht warauch dieß eine Ursache, weil die runde oder kugelför-mige Gestalt bey den Alten für vollkommener als alleübrige Gestalten gehalten wurde. Man schloß auch ausder Gestalt des Monds, die man schon als kugelförmigerkannt hatte, auf die Gestalt anderer Himmelskörper;von diesen schloß man auf die runde Gestalt des Him-mels und von diesem auf die nämliche Gestalt der Erde.
Einige halten zwar dafür, daß die kugelförmige Gestaltder Erde zuerst durch das surcessive Verschwinden eines vonden Ufern sich immer weiter entfernenden Schiffs erkanntworden sey: allein die Kenntniß von der runden Gestalt desErdballs ist ohnstreitig älter als diejenige Schiffarthökunst,vermöge welcher man sich soweit von den Ufern,als zu dieserBeobachtung erfodert wird, zu entfernen getrauete: ihtist diese Erscheinung freylich ein Beweis für die runde
Gestalt