Vorläufige Betrachtung. 15
bestimmen können: das heißt, er wird den Ort der Er-de, wo sich sein Schiff befindet, hinreichend genau an-geben und den Sandbänken oder andern Gefahrensicher entgehen können. Aus diesem Grunde unkerstütz-te Ludwig der vierzehnte und Ludwig der fünfzehn-te diese Wissenschaft auf eine so ausnehmende Art; dieHolländer setzten einen Preiß von fünfzig tausend Gul-den auf die genaue Bestimmung der Meereslänge; unddie Engländer sowohl als andere Nationen unternah-men wichtige Reisen, die viel Aufwand erforderten, umden Durchgang der Venus durch die Sonne zu beobach-te, und lim die neu erfundenen Seeuhren zu untersu-chen oder zu berichtigen.
Endlich führt uns die Aufnahme der Sternkundeauch auf die Betrachtung der Größe des Urhebers die-ses prächtigen Weltgebäudes: und hierinne findet beson-derö der Philosoph seine Rechnung. Er untersucht dieNatur des wahren Weltsystems und betrachtet die ewi-gen Gesetze, nach welchen dieß ganze All bewegt underhalten wird. Sie zeigt ihm die Größe der Welt sounbegreiflich, daß sich sein Verstand in ihrer Unend-lichkeit verlieret. Er wünscht sich mit Alexander» vouSphäre zu Sphäre zu erheben; nicht um sie seiner Bot-mäßigkeit zu untcrwersen, sondern um zu sehen, wieder ganze Erdball in Rücksicht auf das Weltgebäudegleichsam in einen unmerklich kleinen Stern verschwindet,rind um die Unendlichkeit und Macht des Schöpfers zubewundern und in erhabenen Spähren anzubeten. An-fangs glaubte man, die Erde stünde im Mittelpunktedes Weltgebäudes; die Sterne wären ani Himmel an-gehestece Helle Punkte, die uns nur des Nachts zu Weg-weisern dieneren; die Sonne und den Mond hielte manbeyde für wirkliche Flammen: aber man urtheilte nurmach dem Allgenscheine und glaubte diese Lichter wären