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Bayerische Chronik
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203
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— 203 —

Des nam sich der hertzog von Burgundj an, und ainer nacht, als derhertzog von Orions von dem künig zu herberg wolt gern », ward eiiberloffen von dem hertzog von Burgundj und eilentigklieh ermörtrund niemant kund wissen, von wem diss mort besehenen wiir. In etlicher5 zeit nach dem waich der hertzog von Burgundj, wann die gemaillI'ed Schuldigt iü. Er zoeh zu dem künig von Engenland t b underwegte den <■ krieg wider anzcfahen, der lang in rue was gestanden, undverpant sich des mit seiner pesten macht, im zu helfen.

335. [T.123<>. P.404.J Nach dem gerte der hertzog von Burgundj Ebran 136,2610 wider gelaits zu dem künig zu Franckreich. Als er zu hof in den

rat will geen &, slueg in ain ritter zu tod und räch seinen herren. Ausall disen Sachen entsprang grosser krieg, aufruer und manslacht, undder künig von Franckreich gewan wunder grossen unsig, so das er ]36,13vil nach gantz vertriben wardt. Da war vil von zu sagen, wie im ain15 junckfraw wider alle seine land gewan; so wil es sich ZU Verl' vonmeiner materj zielten. Darumb lass ichs beleihen und sagfüran von hertzog Ludwig von Bairen, der künigin brueder.

336. [T. 1231>. P. 405.] Nu habt ir vor gehört,, wie die künigin Ebran 136,29von Franckreich irem brueder gross guet gab von klainat und par-

*0 schaft, das er alles in Bairen schickt, darumb sein der adel, auchander, grosse ungnad viengen. Er ward auch darnach hertigklich zugefängknüss gonomen und allermänigklich vermaintc, der fürst müestösein leben in der gefängknüss versleissen ". Nu was gar ain naiuhaftigerreicher man zu Paris; der besaute die pesten in der stat und sprach:

-5 Lieben freunt! Wie gezimbt sich, das diser edel fürst bei uns sol ingefängknüss gehalten werden? Er ist in diso land komen, das er guetverdienen well* 1 . Ob er im sölichs erobert hat, das hat er doch mitwillen des künigs und der künigin und hat nicht damit verhandelt, daser so unfürstlich zu gefängknüss sol ligen. Diser man pracht das zue S,

30 das der fürst an allen seinen schaden sunder geysl oder urfeth ledigdiser gefängknüss gezelt und gelassen ward. Man vermählte auch, das 137,1die künigin selb muet biet widerumb gen Bairen; umb des willen gabsy irem brueder das gross guet.

337. [T. 124a. p. 407] Nach dem kam hertzog Ludwig wider Ebran 137,2035 gen Bairen und hett an massen kostlich hof, wann er zumal mächtig

was. Nu hett, als ich vor gesagt hab, sein vatter hertzog Steffangrosse schuld gemacht. Die ward nu an dem 11 sun ervodert; der woltedarumb niemant ausrichtung tliuen. Mit dem ritten vil gueter ritterund knecht von im. Die hueben an in' zu kriegen und ward vil unrue

''0 a gan /' W. b Engellandt P W. c den den (erstes den durch

Punkte getilgt) P. Man darf es also nickt wagen den, den xu lesen.d gan j". e Verliesen W. ! wolle T. e pracht darzue T, praches darzu W, prachts darzu IL h an den P W. > in an P.

1 Ebran 137,10: . . . das er guet well verdienen umb den konig

45 und künigin scheint eine allxu wörtliche Ucbersctxung xu sein von einem

lateinischen ut hone mercretur de rege reginaque; ich möchte daher lieber

einen schriftlichen lateinischen Bericht für die Quelle Ebrans halten, den

er sich von seinen Helfern übcrsetxen Hess, als einen mündlichen.