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sich und seinen Beziehungen spricht er gar nicht, und dochgewinnt man ein lebensvolles Bild von seinem Wesen;durchaus objektiv ist seine Darstellung, und doch legt er soviel Subjektivität zwischen die Zeilen; künstlerische Wirkungscheint er kaum zu beabsichtigen und genügt doch in hohemMaße dem Kunstprinzipe des Geschichtschreibers. Werwar er?
Die Antwort scheint sehr naheliegend zu sein. Füetrerempfiehlt seinem Herrn im Nachworte (S. 214), was anseiner Chronik fehle, durch den Hofmeister Jörg vonEysenhofen bessern zu lassen, der in diesen Dingen mehrKenntnisse besitze. Weiss man, dass in einem von diesemHofbeamten unterzeichneten Ingolstädter Turnierausschreibendie Infinitivform „thain" für „tuen" vorkommt, so möchteman ihm ohne weiteres die Fortsetzung zuschreiben. Aller-dings wird er vom Verfasser in der Fortsetzung in einerWeise erwähnt, die nicht gerade für seine Identität mitihm spricht; indessen ist darauf nicht viel Gewicht zulegen,weil der Verfasser den Leser offenbar absichtlich über seinePerson im unkaren lassen will. Den Ausschlag gibt, dassWig. Hund 1 berichtet, er sei 1498 gestorben. Auf derSuche nach dem wirklichen Verfasser hat man zunächst dieAnhaltspunkte zusammenzustellen, welche 'dabei in's Augezu fassen sind.
1. DieStellung des Verfassers zu den Staats-verhältnissen. Ein entschiedener Gegner Herzog Georgsvon Landshut, sowohl was sein Privatleben, als auch wasseine Missgunst gegen Herzog Albrecht IV. anbetrifft, stehter im Landshuter Erbschaftsstreite durchaus auf AlbrechtsSeite. Selbst der Papst wird getadelt (220,27), weil erden Dispens für die Heirat Herzog Rueprechts mit HerzogGeorgs Tochter bewilligte. Obwohl der Verfasser fest zuHerzog Albrecht steht und von ihm sagt, dass er ein frommerHerr war und ihm wahrlich nichts Arges nachgeredet werdenkonnte (259,38. 260,29), so ist er doch durchaus nicht blindgegen seine Fehler, er hält seine Abmachungen mit HerzogSigmund hinter dem Rücken des Kaisers (228,2. 15) füranfechtbar, hebt seine Geringschätzung des Kaisers, obwohl
1 Bayrisch Stammenbucb, Ingolstadt 1598. S. 196.