Druckschrift 
Bayerische Chronik
Entstehung
Seite
XLVII
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XXXXVII

Frantzoyser und der hyspanischen Cronick mag Füetrer vonGaribaldis bezogen haben. Was in no. 113 dem IsidorusPacensis entnommen ist, wird in der Coronica Francie ge-standen haben, welche vermutlich von Garibaldis angeführtwurde. Ob die Verwendung der Quelle der WeihenstcphanerChronik und des mit dem Karlmeinet eng verwandten Sagen-stoffes auch dem Garibaldis zuzuschreiben sei, ist wohlnicht zu entscheiden.

Gab es wirklich eine solche Chronik desGaribaldus ? Es ist die Ansicht aufgestellt worden,Garibaldus sei nur ein fingierter Autorenname, von Füetrerfrei erfunden, um seine Schwindeleien auf historischem Ge-bete zu decken. Füetrer ist selbst schuld, dass er in einensolchen Verdacht kommen kann (den er übrigens selbstw ohl für eine Ehre gehalten hätte); denn er geht mit demZitieren sehr leichtfertig um 1 , wie viele seiner Zeitgenossen.Von diesem Vorwurfe ist er allerdings nicht zu reinigen,wenn er auch sowohl im Buch der Abenteuer, wie in derChronik seine Quellen recht treu wiedergibt. Obwohl daherdie Möglichkeit der blossen Erfindung der Garibaldus zu-geschriebenen Quelle durch Füetrer besteht und als Grund211 dieser Annahme besonders angeführt werden kann, dassdeiner der früheren Geschichtschreiber etwas von ihr weiss,auch Andreas von Regensburg und Ebran nicht, so schliesselc -h mich doch Kiezler 2 an, der die Existenz der Quellefur wahrscheinlich hält; ja ich bin überzeugt, dass FüetrerWirklich eine Chronik des Garibaldus als Vorlage in denHänden gehabt hat. Meine Gründe dafür sind folgende:

1. Sowohl im Buch der Abenteuer, von welchem ichjede Zeile mit ihrer Quelle verglichen habe, soweit sienachweisbar ist, wie auch in der Chronik hält sich Füetrerstreng an den Inhalt seiner Vorlage. Nur ausnahmsweise,wenn eine Begründung unklar oder für seine Zeit nicht

-^ ' Bestimmt unzutreffend zitiert er 32,9 Mores temporum; 40,2Martinianus (Martinus Polonus); 71,20 Vincentius Bellovacensis; 130,1wotifredus Viterbiensis, Pantheon ; 150,28 Otto Frisingensis.

Während Riezler 1884 noch mehr zur Annahme einer Fiktiongeneigt war (Turmairs Werke III, 568), spricht er sich in der GeschichteBayerns 1889 (III, 911) für die Wahrscheinlichkeit aus, dass die Quelle*uetrer wirklich vorgelegen habe.