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Bayerische Chronik
Entstehung
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und Rückenplatte, glockenförmigem Eisenschurz und Arm-und Beinröhren, deren beide Hälften aussen mit Scharnieren,innen mit Lederriemchen verbunden sind. Die Handschuhelassen die Finger zum grössten Teile frei und entsprechendenen eines bayrischen Herzogs aus der Mitte des 15. Jahr-hunderts und denen des Eitters St. Georg auf einer Ofen-platte derselben Zeit 1 . Auch der Schild passt in diese Zeit.

Am auffallendsten ist der glockenförmige Schurz derRüstung. Die einzelnen Plattenringe sind oben mit Niet-nägeln versehen, deren Köpfe in den Schlitzen der darunter-liegenden Ringe verschiebbar sind, wie sich umgekehrt dielünge des Pferdepanzers in den Schlitzen der darüber-üegenden Teile bewegen. Eines der frühesten Beispieleeines solchen Glockenschurzes findet sich an der Bronce-statue Conrads von Weinsberg (t 1446) in der Klosterkirchezu Sehönthal a. d. Jaxt. Dort ist das Schwert durch denSchurz gesteckt, als dessen Material man sich gepresstesLeder vorzustellen hat.

Am genauesten stimmt mit unserem Bilde das Glas-gemälde in der Kirche zu Jenkhofen bei Landshut überein,las Herzog Heinrich den Reichen (f 1455) darstellt 2 . Derglockenförmige Eisenschurz reicht bis gegen die Kniee undhat vorn einen bogenförmigen, nicht viereckigen Ausschnitt,worauf indessen kein Gewicht zu legen ist, da eckiger undgerundeter Ausschnitt im ganzen 15. Jahrhundert gleichüblich waren. Die Lanze, welche keine Griffbildung, aberein Wappenfähnchen zeigt, endigt in eine völlig gleicheSpitze, wie diejenige auf Füetrers Bilde. Der Mantel mit denblau-weissen Rauten reicht wenig unter den Glockenschurz,während er bei unserer Figur den Boden berührt.

Der glockenförmige Eisenschurz war nur kurze Zeitim Gebrauch; das letzte mir bekannte Beispiel ist dasGrabmal des Ritters Hans Stettner und datiert vom Jahre1464 :; . Dieser Glockenschurz ist aber sehr wesentlich ver-

1 Hefner-Alteneck,a. a. 0. Bd. IV. Tafel 281 und 270.'' Ebenda, Bd. IV. Tatet 271. ,, , ,

8 Kunstdenkmalc Bayerns I. Tafel 270. - Ebenda Tafel 255_ findetman eine Holzstatuette des St. Pankratius (aus Niederbergkirchen)mit der alten Form des Glockenschurzes, an dem man einen mit einemKettenpanzerlappen verhängten, geschweiften Ausschnitt bemerkt, ueiKopf ist auffallend natürlich und lebendig; er dürfte autgesetzt sein;