- III -
Der Jüngling wandte sich dem Malerberufe zu, der zujener Zeit, da z. B. bemalte Fassaden sehr beliebt waren 1 ,in hohem Ansehen stand und schöne Aufgaben zu lösenhatte. Möglicherweise ward er Maler Dietrich Zeil er seinLehrer, ein hochangesehener Mann, der um 1440 herummehrfach als Mitglied des Landshuter Rates erscheint 2 .Dass bereits Füetrers Vater, etwa wegen der ihm in Lands-hut widerfahrenen Unbill, mit seiner ganzen Familie nachMünchen ausgewandert sei, ist nicht wahrscheinlich, dadieser Name in den Münchener Urkunden jener Zeit garnie vorkommt. Es ist anzunehmen, dass der junge Mannden neuen Wirkungskreis auf eigene Faust aufsuchte.
Im Jahre 1465 muss er sich bereits dort befunden undin Ansehen gestanden haben; denn aus diesem und einigenspäteren Jahren 8 sind Verzeichnisse der „erungen", Schen-kungen zur Weihnachtszeit, an den Hof, hervorragendeBeamte, bedeutende Künstler und andere Personen in Münchenvorhanden, auf deren Wohlwollen das Kloster Tegernseeein besonderes Gewicht legte 4 . Dieses Benediktiner-Kloster,dessen Bedeutung für den Fortschritt von Kunst und Kulturin Bayern bekannt ist, scheint den Maler vielfach beschäftigtund auch dann noch in Ehren gehalten zu haben, als GabrielM ä c h 1 e s k i r ch e r, der Schwager desAbtes ConradAirinsmaltz,mit überlegener Technik dem Kloster seine Dienste widmete.Seine Kunst war in der Tat eine für jene Verhältnisse ganzanerkennenswerte, wie sich der dieser Ausgabe vorgesetzten,allerdings unvollkommenen Wiedergabe seines einzig er-haltenen Gemäldes entnehmen lässt. Ich glaube es im fol-genden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf die Zeit um1457 datieren zu können. Mehr auf handwerksmässigeLeistungen weist eine Tegernseer Urkunde 5 vom Jahre 1465,
1 Für Landshut bezeugt dies Kumpler, Calamitatum Bavariaoüber, Oefele, Ker. Boic. Script. I, 144. Er erwähnt doinos, quas justafrequens pictura figurat.
2 Landshuter Ratschxonik, ed. Heigel, Städtechr. XV.
3 1465. 1466. 1471. 1476. 1493.
1 Abdruck der im k. Kreisarchiv in München aufbewahrten Ori-ginale ZsfdA. 27, 289—291, Füetrer erhielt jede Weihnacht 2 Lager-käse und ein Fässchen Senf.
6 Ad annum 1465. 44 <$ dn. Maister Ulrich pro picturis capellacS, Andreae et capellac annexae, item slubarum et item solariorum.Damals war der Wert von 44 Pfund = 184 fl. 50 kr. = Mk. 317.— ;
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